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    <title>Kerstin in Taiwan</title>
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    <description>Eine Reise...</description>
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    <pubDate>Sun, 03 Oct 2010 15:56:40 GMT</pubDate>

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    <title>Wasser</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Bevor ich nach Taiwan aufgebrochen war, hatten viele Freunde versichert, dass sie mich bestimmt besuchen kommen würden. Ich habe mich über diese Absichtserklärungen gefreut, sie aber nicht allzu ernst genommen. Der gute Wille ist das eine, die Hürden Zeit und Geld und das Überwinden des Alltagstrotts das andere. Nachdem im Laufe des Jahres schon drei Freunde hier gewesen waren, dachte ich mein Besuchsguthaben sei erschöpft. Da schrieb ein Freund, er wolle seine lange gehegten Besuchspläne nun endlich verwirklichen. Kurz darauf meldete sich eine andere Freundin und sagte, auch sie wolle mich besuchen kommen. Im nächsten Gespräch wurde ein dritter Freund mit eingeplant. Schließlich meldete sich noch ein vierter bei mir – ob er denn auch mitkommen dürfe? Für Begeisterung gilt dasselbe wie für die Freude – in geteilter Form erst wächst sie zu ihrer vollen Größe heran. Wie euch treuen Lesern inzwischen bekannt sein dürfte, begeistert mich diese Insel und ich teile diese Begeisterung auch sehr gerne mit anderen. Ich freute mich also nicht nur darauf, so viele meiner Freunde endlich wieder zu sehen, sondern auch darauf, Taiwan durch ihre Augen neu zu entdecken und ihnen allen vieren unterdessen zumindest ein Fünkchen meines Enthusiasmus einzupflanzen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 579px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:107 --&gt;&lt;img height=&quot;379&quot; width=&quot;579&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta02b.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;In der goldenen Schlucht bei Sanzhan&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Zwei Wochen reisten wir also zu fünft um die Insel. Wenn ich unsere gemeinsame Zeit in einem Wort zusammenfassen müsste, wäre es dieses: Wasser. Von uns zugleich gesucht und verflucht, übte es eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf uns alle aus und war zugleich der größte Stimmungsdämpfer. Wir suchten nach Abkühlung von der subtropischen Schwüle Taipeis, nach Bergflüssen, die türkise Magie versprachen. Wir suchten das Meer, den friedlichen Ozean, den einige von uns noch nie gesehen hatten.&lt;br /&gt;Wir fanden verdichtetes Wasser in Form von Wolken und Nebel, wir begegneten den Ausläufern eines Taifuns, der uns tagelang Wasser von oben bescherte und das Meer derart aufpeitschte, dass uns die taiwanesische Regierung selbst das Betrachten desselben aus Entfernung verbot. Wir fanden reißende Schlammströme, wo Tage zuvor die Sonne strahlend klare Wasserläufe beschienen hatte. Und nicht zuletzt fanden wir jede Menge Schweiß, erst unter der unerbittlichen Sonne der Glasglocke Taipei, dann unter den unverzichtbaren Regenponchos der Taifunsaison. Wir lernten, über die uns immer wieder begegnenden Sätze &lt;em&gt;Sonst ist es hier wunderschön, wärt ihr doch nur vor zwei Tagen hier gewesen, wenn ihr doch nur dort hin könntet, wo es gerade wegen der Erdrutsche gesperrt ist&lt;/em&gt; zu lachen.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 700px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:114 --&gt;&lt;img height=&quot;465&quot; width=&quot;700&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta1112.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Auch das Wandern im Regen hat seinen ganz eigenen Charme. Hier in Zhiben.&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Wir fanden aber auch dampfende Quellen, die unsere vom Regenwandern beanspruchten Muskeln aufwärmten und entspannten. Wir fanden Wasserfälle klein und groß, die sich als schmaler Strahl auf direktem Weg tief ins Tal herabstürzten oder im Wald versteckt als wuchtige Kraft elefantengroße Felsen umspülten. Im ältesten Teehaus Taipeis entdeckten wir die Ruhe, die in ein paar Blättchen Tee und jeder Menge kochendem Wasser liegt. Selbst die ersehnten türkisen Wasserläufe haben wir am Ende gefunden und ausgiebig erkundet, eine Freude die allerdings für manch einen von der unermüdlichen Beteuerung unseres Flussguides getrübt wurde, den schönsten Teil des Flusses bekämen wir heute gar nicht zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:113 --&gt;&lt;img height=&quot;345&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta0918.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Links der Normalzustand (Taroko), rechts der Taifunzustand (Zhiben)&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Ansonsten tat ich mein allerbestes, um die vier in die Vielfalt der in Taiwan vorhandenen Küchen einzuführen. Um das in knapp zwei Wochen bewerkstelligen zu können, schlemmten wir am laufenden Band. Scharfer Hotpot und scharfe Szechuan Küche, Auberginenberge, Austernomelettes, mit Algen umwickelte Reistaschen, Reisbrei mit Trockenfleischfasern, Eis aus roten Bohnen, süße Bohnensuppe, Wasserspinat mit Knoblauch, Gongbao Hähnchen, Schweineblutkuchen, Suppe mit Entenblut, Sojamilch mit und ohne frittierte Youtiao, Tofu von „stinky“ bis getrocknet, frische Muscheln und Krabben (für manch einen zum ersten Mal), jede Menge Fisch, tropisches Obst von Mangos über Pomelos bis Buddhaköpfe, und natürlich Teig- und Nudeltaschen bis zum Abwinken: Baozi, Mantou, Shuijiao, Hundun, Xiaolongbao… Die Mutigeren haben sich schließlich noch tapfer durch das Labyrinth der hier beliebten Eistee-Sorten, wahlweise auch mit Stärkebobbeln, Wackelpudding, Süßkartoffelgelee und ähnlichem darin, geschlagen.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:106 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta01.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Beim Essen, natürlich. Dieses Mal sind es Din Tai Fung Nudeltaschen. &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbstverständlich haben wir nicht nur gegessen, sondern haben neben Wandern und Schwimmen auch alles andere unternommen, was man als ordentlicher Tourist in Taiwan so anzustellen hat – darunter Besuch des Nationalen Palastmuseums, einer Karaokebar, einer taiwanesischen Oper, Besuche zahlreicher Tempel, eines Fußmassageladens, mehrerer Nachtmärkte. Selbst das besonders bei ausländischen Studenten beliebte 7-11-Lotto haben wir gespielt – bei dem in jeder Filiale besagter Ladenkette, die zufällig am Wegrand liegt, ein Bier konsumiert werden muss. Erst so wird einem richtig bewusst, wie allgegenwärtig diese Läden sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht nur ich habe jedoch in eine Kultur eingeführt, auch die vier haben es geschafft, mich mit Skat und Bier und Ironie für zwei Wochen in die deutsche Lebenswelt zurückzuversetzen. In einem wunderschönen Restaurant direkt am stimmungsvoll beleuchteten Flussufer in Xindian haben wir schließlich das hier gängige deutsche Stereotyp vervollständigt: wir haben zusammen eine überraschend leckere Schweinshaxe gegessen. Für vier von uns fünfen übrigens die erste unseres Lebens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Grüße in die Welt hinaus, dazu ein ganz besonders lieber Gruß an Christine, Christoph, Emanuel und Roland!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kerstin&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; align=&quot;justify&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;em&gt;Am Rande&lt;/em&gt;: In Sanzhan, einer kleinen Siedlung taiwanesischer Ureinwohner an der Ostküste der Insel, übernachteten wir in einem Gästehaus, von einem älteren Ehepaar betreut. Selig erzählt der Mann von früher, jedes Jahr sei er mit seinem Motorrad zwei Wochen lang um ganz Taiwan gefahren. Er kenne jede Straße der Insel, sogar noch aus der Zeit, in der es nur Schotterpisten gab. Damals habe er in einer Kleidungsfabrik gearbeitet, deren Maschinen allesamt aus Deutschland und der Schweiz kamen. Besonders lustig seien die deutschen Ingenieure gewesen, die manchmal zu Besuch kamen. Sie seien sehr fleißig gewesen, hätten Tag und Nacht gearbeitet. Sehr dick seien sie auch gewesen, und das, obwohl sie mittags nichts gegessen hätten, nur Taiwan Bier getrunken. Unser Gastgeber kann sein Lachen nicht mehr zurückhalten, als er schließlich pantomimisch darstellt, wie sehr die deutschen Bierbäuche im Weg gewesen seien, als unten an den Maschinen Einstellungen nötig wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 693px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:116 --&gt;&lt;img height=&quot;357&quot; width=&quot;693&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta1516.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ruhe im Teehaus (Wistaria) und Suche nach Abkühlung&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:110 --&gt;&lt;img height=&quot;427&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta0507.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Lnks Taroko Schlucht, Rechts Tal der Puppen bei Wulai&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:109 --&gt;&lt;img height=&quot;536&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta041019.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Der Regen ermöglichte einen frischen Blick auf Altbekanntes&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 700px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:115 --&gt;&lt;img height=&quot;343&quot; width=&quot;700&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta1314.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;In den berühmten heissen Quellen von Zhiben. Erholung nach einer Regenwanderung&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 700px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:112 --&gt;&lt;img height=&quot;453&quot; width=&quot;700&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta0817.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Links Residenz Chiang Kaisheks in Taipei, Rechts Sanzhan bei Hualien&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:111 --&gt;&lt;img height=&quot;535&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta06b.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Nahe Wulai&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 693px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:117 --&gt;&lt;img height=&quot;408&quot; width=&quot;693&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta20.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Auch unsere Reise glich einem Fluss - wir ließen uns treiben, begegneten der ein oder anderen Turbulenz. Spätestens beim Essen war aber alles wieder in Ordnung...&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 700px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:108 --&gt;&lt;img height=&quot;525&quot; width=&quot;700&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/fanta03.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Goldene Schlucht bei Sanzhan&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; 
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    <pubDate>Sun, 03 Oct 2010 10:17:42 +0200</pubDate>
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    <title>Nabelschau</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Erst wochenlang gar kein Lebenszeichen und dann gleich zwei Beiträge kurz hintereinander, tststs. Dafür geht es in diesem Eintrag um das Vertraute anstatt um das Fremde. Keine Angst, es soll nicht mein eigener kleiner Nabel fokussiert werden. Vielmehr unser aller Nabel, oder zumindest der Nabel der allermeisten Leser dieses Blogs. Ich möchte euch mitnehmen auf eine kleine Stippvisite zu Taipeis Stammtischen und Supermärkten, auf der Suche nach einem Spiegelbild Deutschlands. Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage: Was ist Deutschland, aus der Perspektive Taipeis?&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 602px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:104 --&gt;&lt;img height=&quot;280&quot; width=&quot;602&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/deutsch1u3.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Aus dem 7-11, dem Quasi-Tankstellenladen, den es an jeder Ecke gibt. An jeder Ecke zweimal gibt.&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Natürlich, wie wohl überall auf der Welt heißt hier Deutschland auch &lt;strong&gt;Autos &lt;/strong&gt;und &lt;strong&gt;Bier &lt;/strong&gt;und &lt;strong&gt;Würstchen&lt;/strong&gt;. &lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Autos!&lt;/strong&gt; Ich kann inzwischen schon nicht mehr zählen, mit wie vielen Taxifahrern ich mich schon über die Vorteile von Mercedes, Audi und co. unterhalten habe. Wie oft ich die Frage (mehr schlecht als recht) beantwortet habe, was so ein Auto denn in Deutschland koste. Wie oft ich mich schon über Autobahnen unterhalten habe (und über die Panzer darauf, siehe &lt;a title=&quot;Der Wilde Osten&quot; href=&quot;http://kerstinintaiwan.de/index.php?/archives/29-Der-wilde-Osten.html&quot;&gt;Eintrag zum Wilden Osten&lt;/a&gt;). Die Begeisterung für deutsche Technik im Allgemeinen ist hier groß, was sich in der Praxis nicht nur in der Anzahl der deutschen Autos zeigt (auffallend hoch), sondern z.B. auch in den Zügen der Taipeier U-Bahn, in denen jeweils eine goldene Siemens-Plakette prangt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;strong&gt;&lt;!-- s9ymdb:101 --&gt;&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;strong&gt;&lt;img height=&quot;356&quot; width=&quot;267&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/deutsch11.jpg&quot; style=&quot;float: left; border: 0px none; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; class=&quot;serendipity_image_left&quot; /&gt;Bier! &lt;/strong&gt;Zwar ist belgisches Bier hier beliebter, Erdinger, Warsteiner vom Faß und sogar Astra sind in Taipei dennoch nicht nur in Studentenkneipen allgegenwärtig. Zudem ist Bier ein integraler Teil des hiesigen Deutschlandbilds. Möchte ich als Repräsentantin dieses Bilds einmal kein Bier trinken, werde ich schief angeschaut. Wie schon einmal erwähnt, eine Flasche Bier ohne Öffner öffnen zu können zählt hier (wie auch bei meinen amerikanischen Freunden) als genialer Zirkustrick, der allerdings von mir als Deutsche auch nicht anders erwartet wird. (Siehe Eintrag &lt;a title=&quot;Bieridentitäten&quot; href=&quot;http://kerstinintaiwan.de/index.php?/archives/19-Bieridentitaeten.html&quot;&gt;Bieridentitäten&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;strong&gt;Würstchen!&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;Original Deutsche Würstchen&lt;/em&gt; gibt es hier, einzeln eingeschweißt, an jeder Ecke. Allerdings denkt man hier beim Stichwort deutsches Essen eher an Schweinshaxen, oder Schweinefüße, wie sie genannt werden. Die dürfen in keinem deutschen Restaurant in Taipei fehlen - wie auch in keiner Reise eines Taiwanesen nach Deutschland. Ich kann jede gesellige Runde in Taipei erheitern, indem ich nebenbei fallen lasse, dass ich noch nie Schweinshaxen gegessen habe. Erstaunen kann ich dagegen viele Menschen hier, wenn ich erzähle, dass in Deutschland auch Reis gegessen wird. Das können sich viele Menschen hier nicht vorstellen, da sie wissen, dass Brot der &lt;em&gt;Reis des Westens &lt;/em&gt;ist. Dass wir neben Brot auch Kartoffeln essen, finden die meisten noch logisch. Bei Nudeln wird der Gedanke schon etwas schwieriger, aber Reis? Das Monopolprodukt des Ostens zu Schweinshaxen?! Unter diesem deutschen täglich Brot stellen sich die meisten Menschen hier im Übrigen das vor, was hier unter &lt;em&gt;Brot &lt;/em&gt;läuft: süßes Hefegebäck, häufig mit einer süßen Paste aus roten Bohnen oder Pudding gefüllt. Inzwischen gibt es zu meiner großen Freude ein, zwei richtige deutsche Bäcker in Taipei. Die meisten Taiwanesen finden das Brot dort aber viel zu sauer und vor allem viel zu knusprig – Brot hat gefälligst weich zu sein. Ein deutscher Bäcker hier erzählte, wie sich seine Kunden bei ihm beschwerten: sie bekämen vom Brotessen Muskelkalter im Kiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;So viel zum traditionellen Bild von Deutschland. Auch wenn das Bild von Deutschland als Land der Lederhosen, Maßkrüge und gebratener Fleischberge durchaus noch verbreitet ist, zeigt sich in längeren Gesprächen mit den Menschen hier ein differenzierteres Bild, das vom Rechtssystem bis zum Umweltschutz viele verschiedene Aspekte beinhaltet. Setzten wir also unsere Shoppingtour und Spurensuche fort.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Neben Autos kommt auch viel Umweltschutztechnologie in Taiwan aus Deutschland – bis hin zu den Energiesparlampen im Supermarkt. Auch angesorochen worden bin ich darauf schon oft, Deutschland als Land der grünen Technologie. Dazu zählen auch Nahrungsmittel. Noch häufiger als deutsches Bier ist in Taipei nur eines: deutsches Malzbier. Es wird hier vermarktet als besonders gesundes und natürliches Qualitätsprodukt und ist in so gut wie jedem Restaurant und jedem Supermarkt zu haben. Als ich gleich nach meiner Ankunft in Taiwan zu meiner früheren Gastfamilie in Tainan gefahren bin, haben sie mir in einem Plastikbecher ein neues Getränk zum probieren gegeben, ganz gesund und toll sei es. Sie würden mir aber erst nach dem Probieren sagen, was es sei. Das machte mich aus Erfahrung mit eben jener Familie ziemlich misstrauisch, ich vermutete in der dunklen Brühe Schweineblut, Schlangenschnaps oder Ähnliches. Probiert habe ich trotzdem und mich sehr gefreut. Als ich die dazugehörige Dose untersuchen durfte, habe ich hinten das &lt;em&gt;made in Germany&lt;/em&gt; entdeckt, das meiner Gastfamilie entgangen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 553px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:98 --&gt;&lt;img height=&quot;266&quot; width=&quot;553&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/deutsch5u9.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Malzbier -und Schumi-Wasser&lt;br /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;em&gt;Bio &lt;/em&gt;ist ganz allgemein auch in Taiwan in. Da die deutschen Ökorichtlinien hier als besonders streng bekannt sind, wird vieles aus Deutschland importiert, wo &lt;em&gt;natürlich &lt;/em&gt;oder &lt;em&gt;ökologisch &lt;/em&gt;drauf steht. Das fängt bei einfachen Dingen wie Mineralwasser an, geht über Müsli (in meinem Supermarkt kommt säntliches Müsli aus der Schweiz und aus Deutschland) und Joghurt (leider bis jetzt kein Naturjoghurt sondern nur süßer Früchtegut… aber kann ja noch werden. Auf, ihr Geschäftsmänner!) bis hin zu Vitamintabletten und Tees. Letzteres finde ich besonders interessant… Kräutertees sind im Ausland häufig schwer zu bekommen, das habe ich schon des Öfteren erfahren müssen, daher freue ich mich sehr über den derzeitigen Trend. Allerdings werden nicht nur Kräutertees, sondern auch Schwarz- und sogar Grüntees importiert. &lt;em&gt;Original aus Deutschland!&lt;/em&gt; Ich frage mich allerdings, wo dieser &lt;em&gt;deutsche Grüntee&lt;/em&gt; wohl angebaut wird…?&lt;br /&gt; &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 356px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:100 --&gt;&lt;img height=&quot;267&quot; width=&quot;356&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/deutsch8.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_right&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;In der Apotheke&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Ein weiterer für mich überraschender Exportschlager sind deutsche Brettspiele. Brettspiele sind hier unter Jugendlichen zur Zeit der Hit schlechthin, es gibt sogar extra Brettspielcafés, in denen sich die Spielfreunde treffen können. Und die Spiele kommen zum überwiegenden Teil aus Deutschland. Ich bin schon einige Male von jungen Taiwanesen angesprochen worden: „Du bist aus Deutschland?? Wahnsinn! Könntest du mir vielleicht diese Spielanleitung übersetzen? Ich versuche schon so lange, dieses Spiel zu spielen!“&lt;br /&gt;Nicht alle Produkte werden so direkt importiert wie die Brettspiele: Deutsche Produkte werden auch gerne mal an den heimischen Markt angepasst. Ein Beispiel: Hier enthalten so gut wie alle Hautcremes Bleichungsmittel, weil weiße Haut als besonders schön gilt. Auch Nivea schließt sich da an – selbst beim Deo. Und: Der deutsche Bäcker verkauft inzwischen (leider) weiches Brot.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;So viel zu meiner kleinen, nicht abschließenden Waren- und Vorurteilskunde. Im nächsten Blogeintrag wird es wieder um das Gegenteil gehen, um den deutschen Blick auf Taiwan. Diesmal jedoch nicht nur mein persönlicher, enger Blick: ich bekomme heute Verstärkung aus Deutschland! Nicht nur ein, sondern gleich vier liebe Menschen kommen mich besuchen, um mit mir zusammen Taiwan zu bestaunen!&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Liebe Grüße an alle,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
 Kerstin&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;PS. Wer Chinesisch lesen kann oder nur mal sehen möchte, wie das so aussieht, der kann meinen Artikel in unserer Unizeitung lesen. Es geht um – keine Überraschung für die, die mich kennen – &lt;a title=&quot;Schiller Artikel Kerstin&quot; href=&quot;http://iclp.ntu.edu.tw/epaper/index.php?id=440&quot;&gt;Schiller und seinen Schädel.&lt;/a&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; align=&quot;justify&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;em&gt;Am Rande&lt;/em&gt;: Passt nicht so zur Shoppingtour, daher an dieser Stelle: ich habe schon viele Menschen getroffen, die davon ausgehen, dass es in Deutschland immer kalt ist. Wenn ich ihnen erzähle, dass wir im Sommer auch mal über dreißig Grad haben, ist das fast genau so ein großer Schock wie die Sache mit dem Reisessen. Oder wie wenn ich in Deutschland erzähle, dass Taiwanesen auch Brot essen und Kaffee trinken.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 531px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:99 --&gt;&lt;img height=&quot;353&quot; width=&quot;531&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/deutsch6u10.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Das Reformhaus - So schick sind die in Deutschland aber nicht! Dazu die Energiesparlampen, wie daheim.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 300px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:97 --&gt;&lt;img height=&quot;330&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/deutsch4.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Deutsche Restaurants und Cafés heissen hier Goethe, Schwarzwald, Oma Ursel oder auch zum Faß. Wozu also noch Heimweh bekommen wo das Vertraute doch so nah liegt?&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 534px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:103 --&gt;&lt;img height=&quot;712&quot; width=&quot;534&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/deutsch13.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Teekarte in einem meiner Lieblingscafés... selbst der Grüntee stammt nicht nur in diesem Lokal aus Deutschland.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 646px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:105 --&gt;&lt;img height=&quot;353&quot; width=&quot;646&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/deutsch2u7.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Vollkommen willkürliche deutsche Schilder auf Kneipentoiletten. Keine von beiden ist deutsch oder heisst auch nur annähernd was mit &amp;quot;Ratskeller&amp;quot;.&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 25 Aug 2010 17:12:49 +0200</pubDate>
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    <title>Die Geister sind los!</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;p&gt;Laufe ich die Tage durch Taipei, ist der Geruch von Weihrauch allgegenwärtig. An jeder Ecke steht jemand an einer brennenden Metalltonne und verbrennt eine Handvoll Papiergeld nach der anderen. Auf jedem noch so kleinen Hausaltar drinnen in den Wohnzimmern sowie auf jedem noch so improvisiertem Altartisch draußen auf dem Gehweg türmen sich Berge von Obst. Abends ist es erst besonders laut, weil Festmahle mit lautstarker musikalischer Begleitung in den Gassen stattfinden, danach jedoch gespenstisch leise. Es sind weniger Menschen auf den Straßen als sonst, Fenster und Türen sind verschlossen.&lt;br /&gt;Wir befinden uns zur Zeit mitten im siebten Monat des chinesischen Mondkalenders. Der siebte Monat aber ist ein besonderer: es ist der so genannte &lt;em&gt;Geistermonat&lt;/em&gt;. In diesem Monat werden die Tore zwischen Geister- und Menschenwelt einen Spalt geöffnet – und die Geister können einen Monat lang im Reich der Lebenden verweilen. Geister sind hier wie auch bei uns unzufriedene Seelen Verstorbener. Manchmal sind Geister die Seelen gewaltvoll zu Tode gekommener Menschen, die an den Ort ihres Todes zurückkehren. Meistens aber sind Seelen hier deswegen unzufriedene Seelen, weil sie nur wenige oder sogar gar keine Angehörige haben, die sie ehren oder ihnen traditionelle Opfergaben bringen. Daher werden diesen Monat Opfergaben nicht nur an die eigenen Vorfahren oder an die eigenen Lieblingsgötter gerichtet, sondern auch an umherziehende und hungrige Seelen ohne Nachfahren – von denen es hier scheinbar eine ganze Menge gibt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 534px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:92 --&gt;&lt;img height=&quot;712&quot; width=&quot;534&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/geister5.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Opfergaben im Longshan Tempel, Taipei&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
Die meisten Menschen, mit denen ich hier über Geister gesprochen haben, haben ein sehr pragmatisches Verhältnis zu diesen. Wer weiß schon sicher, ob es sie gibt (wobei fast jeder hier auch die ein oder andere selbsterlebte oder zumindest selbstgehörte Geschichte dazu erzählen kann), aber man ist lieber mal auf der sicheren Seite. Schon Konfuzius sagte: &lt;em&gt;„Ehre die Götter als gäbe es sie.&lt;/em&gt;“ Und so werden die vielen hungrigen Geister in diesem Monat mit Unmengen an Obst und Keksen zufrieden und milde gestimmt. Für weitere Bedürfnisse der Verstorbenen dient Feuer als direkter Postweg in die Unterwelt. Meistens wird der Einfachkeit halber auf diesem Wege Geistergeld zu den Ahnen gesandt, manchmal sind es aber auch papierene Häuser, Autos und was man sonst noch so alles für ein bequemes Leben im Jenseits benötigt. Im Geistermonat werden wie auch mit dem Essen neben den eigenen Ahnen auch die heimatlosen Seelen bedacht. Ich glaube, in den größeren Städten ist das aus Umwelt- und Gesundheitsschutzgründen inzwischen illegal, aber so richtig scheint das niemanden zu interessieren. Und das, obwohl die Regierung sich wirklich sehr bemüht, Alternativen zu bieten. Viele Bürger Taipeis nutzen beispielsweise inzwischen das Angebot, ihr Geistergeld in den staatlichen Müllverbrennungsanlagen verbrennen zu lassen – einige tausend Tonnen Geld werden so in jedem Geistermonat von der Müllabfuhr eingesammelt und zentral verbrannt. Andere Bürger nutzen einen besonders umweltfreundlichen Dienst der Stadt: die Online-Geistergeld-Verbrennung. Andere vorgeschlagene Ideen, wie eine Geistkreditkarte oder Geisterschecks, finden meines Wissens dagegen bisher wenig Beifall. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 425px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:90 --&gt;&lt;img height=&quot;506&quot; width=&quot;425&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Geister2.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Eine Frau beim Verbrennen von Geistergeld am Straßenrand.&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
Für ganz andere Bedürfnisse der „&lt;em&gt;guten Brüder&lt;/em&gt;“, wie die Geister auch genannt werden um diese nicht zu beleidigen, wird auch gesorgt. Im restlichen Jahr laufen gerne einmal DVDs in einem ansonsten leeren Tempel, als Entertainment für die guten Brüder. Im Geistermonat muss das allerdings überboten werden - mit Liveshows, die neben Moderation und Musik häufig auch Stripshows enthalten. Geister sind scheinbar auch nur (männliche?) Menschen. Meine Nachbarschaft hat vor ein paar Tagen anlässlich des Geistermonats ein riesiges traditionelles Fest draußen in den Gassen veranstaltet. Pudu, „universelle Erlösung“, nennt sich das. Alle Götter der umliegenden kleinen Tempel und Hausaltare wurden nachmittags zusammengetragen und gemeinsam angebetet, abends gab es dann ein riesiges Bankett. Ein Festmahl zu Ehren der Geister, zugleich auch ein Fest für die ganze Nachbarschaft, die ganze Familie. Viele runde Tische bedeckt mit glücksbringenden roten Tischdecken drängten sich in den engen Gassen, darauf glücksbringendes rosa Pappgeschirr. Auf einer großen Bühne mit blinkender Neondekoration wurde abwechselnd mikrofonverstärkt gesungen, Musikvideo mäßig getanzt sowie versucht, Geld für das Fest und für die Geister aufzutreiben. Eine der Sängerinnen trug dabei durchgehend nicht mehr als einen Hauch von Glitzerbikini. Anderswo, habe ich mir sagen lassen, werde auch gestrippt oder an der Stange getanzt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 670px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:89 --&gt;&lt;img height=&quot;451&quot; width=&quot;670&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/geister1.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;&amp;quot;Pudu&amp;quot;, Fest zur universellen Erlösung, in der Mitte des Geistermonats in meiner Nachbarschaft&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;So fröhlich diese Feiern auch sein mögen, mit den Geistern ist nicht zu spaßen. Auch wenn sie einen Monat Ausgang haben und daher fröhlich sein könnten, sind sie eben im Grunde doch unzufriedene Seelen, die den Lebenden nicht unbedingt das Beste wünschen. Man behandelt die Geister also respektvoll, versucht ansonsten aber, möglichst weit von ihnen entfernt zu bleiben. Das heißt, man vermeidet im siebten Monat am besten alle Aktivitäten, die Geister anziehen könnten (bis auf Opfergaben natürlich), sowie alle Orte, an denen sich Geister gerne aufhalten. Aus diesem Grund ist es ziemlich dumm, in dieser Zeit im Dunkeln zu pfeifen – oder überhaupt im Dunkeln unterwegs zu sein, besonders nach Mitternacht und besonders alleine. Sollte man das doch einmal unvorsichtigerweise tun, sollte man niemals den Kopf wenden, wenn der eigene Name von hinten gerufen wird! Wäsche sollte man auf keinen Fall übernacht draußen auf der Leine lassen – da diese gerne von Geistern für ihre Verwandtschaft gehalten und freudig begrüßt wird. Unwissende ausländische Freunde von mir sind deswegen schon von der Nachbarschaft gerügt worden. Berggipfel und vor allem Wasser sind in dieser Zeit besonders gefährliche Orte. Wie bereits erwähnt, kehren gewaltsam umgekommene Seelen im Geistermonat an den Ort ihres Todes zurück – und scheinbar sind in Taiwan bisher besonders viele Menschen ertrunken. Diese Ertrunkenen haben jeweils diesen einen Monat Zeit, an den schicksalhaften Fluss oder See zurückzukehren und Ersatz für sich selbst zu finden… erst dann sind sie erlöst und sind nicht mehr verlorene Seelen. Die taiwanesische Urangst vor Wasser ist in dieser Zeit daher noch einmal um ein Vielfaches gesteigert. &lt;br /&gt;Alles, wozu man Glück benötigt, unterlässt man in diesem Monat am besten, vielleicht weil man nie wissen kann, wann ein unglücksbringender Geist zufällig vorbeischaut. Das heißt, Hochzeiten, Umzüge, Geschäftseröffnungen, Operationen und so weiter verschiebt man soweit irgend möglich in den nächsten Monat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Ich persönlich bin passenderweise in diesem Monat einen persönlichen &amp;quot;&lt;em&gt;Geist&lt;/em&gt;&amp;quot; losgeworden, der mich nunmehr ein ganzes Jahr geplagt hat, der mich vom Schlafen abgehalten und mein Leben und Denken vollkommen bestimmt hat. Noch bin ich mir im Unklaren darüber, ob die Erleichterung darüber größer ist oder die Wehmut. Eine große Leere lässt er jedenfalls zurück, dieser Geist, dieses formlose Wesen namens &lt;em&gt;ICLP&lt;/em&gt;. Ich habe zudem ein wenig Angst, dass er das Chinesisch in meinem Hirn mit sich genommen hat... aber das wird sich zeigen müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Grüße aus Taipei!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kerstin&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 534px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:91 --&gt;&lt;img height=&quot;712&quot; width=&quot;534&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/geister4.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Opfergaben im Tempel: Blumen, Kerzen und Geistergeld&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 534px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:93 --&gt;&lt;img height=&quot;712&quot; width=&quot;534&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/geister7.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Fast jeder Tempel hat einen solchen Ofen zum Verbrennen von Geistergeld&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 24 Aug 2010 06:44:24 +0200</pubDate>
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    <title>Der wilde Osten</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Die zweite (und leider auch schon letzte) Woche meiner Ferien habe ich in und um den Ort Taidong an der Ostküste Taiwans verbracht, Ort meiner Sehnsucht seit meinem letzten Besuch dort. Dieser ist schon eine ganze Weile her – ausnahmsweise weiß ich es ganz genau, denn es war zum Jahreswechsel 2000 / 2001. In meiner Erinnerung blühen meterhohe Weihnachtssterne dunkelrot vor hellblauen Bergen, erstrecken sich Reihen von Orangenbäumen auf Hügeln, die sanft dem Meer entgegen fallen. Das Wasser leuchtend türkis, die rauen Felsen am Ufer ein rauchiges schwarz, die Teeplantagen tannengrün.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Juni ist die Vegetation eine andere als die damalige im Dezember, aber auch diesmal hat Taidong bleibende Erinnerungen hinterlassen. Die ersten Tage habe ich in einem kleinen Hostel in den Bergen nördlich von Taidong verbracht, welches sich viel versprechend &lt;em&gt;Mother Land Mountain Vacation Guest House&lt;/em&gt; nennt. Eine Empfehlung von Freunden, welches erst seit drei Monaten geöffnet hat. Es ist mit lediglich vier Gästezimmern ausgestattet, die alle von dem Besitzerpärchen liebevoll von Hand gestaltet und bemalt sind – selbst die Möbel sind zu großen Teilen selbst geschreinert. Aufgemacht haben es ein jungenhafter Kanadier, der hier seinen Trapper-Aussteigertraum lebt und nie ohne Messer am Gürtel und selten mit Hemd unterwegs ist, zusammen mit einer jungen Taiwanesin, deren Eltern meinen, sie sei komisch geworden seit sie mit einem Ausländer zusammen ist.&lt;br /&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:83 --&gt;&lt;img height=&quot;337&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/taidong_hostel.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Mother Land Mountain Vacation Guest House in den Bergen Dulans, nahe Taidong&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Taiwans Süden gehört der tropischen Klimazone an, auf &lt;em&gt;Mother Land&lt;/em&gt; konnte ich das am eigenen Körper erfahren. Das Hostel liegt am Ende eines schmalen Weges, welcher einen dünn besiedelten Berg hinauf führt, inmitten einer Landschaft, die man bei uns zu Hause wohl als Dschungel bezeichnen würde. Direkt vor dem Haus liegt ein vermutlich von diversen Taifunen weichgeschliffener Felsen, von dem aus man über das Palmenmeer hinweg freien Blick auf den Pazifik genießen kann. Die Küche liegt im Freien, wenn auch überdacht, ebenso die Toilette und die Duschen, letztere ohne Dach und ohne Wände – nur auf der einen Seite ist man durch einen Vorhang vor den Blicken der anderen Gäste geschützt. Beim Duschen ist man daher umgeben von wild wucherndem, sattem Grün, daraus hervor ragen Palmen, regenschirmartige Blätter, überdimensionierte Farne und leuchtende, rosafarbige Blumen in Kopfgröße. Schmetterlinge flattern umher, hin und wieder blinzelt ein Makake aus den Palmen auf einen herunter. Zum Glück interessieren sich letztere im Allgemeinen eher für Bananen als für duschende Touristen. Statt Weihnachtssternen und Orangen sind im Sommer Kokosnüsse, Ananas, Papayas, Mangos, Litschis und Jackfrüchte dabei reif zu werden, letztere hängen am Baum wie stachelige grüne Kartoffelsäcke und sind um einiges größer als mein Kopf. &lt;br /&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:86 --&gt;&lt;img height=&quot;475&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Taidong_Obst.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Eine vergleichsweise kleine Jackfrucht links, Ananasplantage rechts&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Dass der Dschungel nicht nur von niedlichen Affen und bunten Faltern bevölkert ist, merke ich, als ich eines abends auf die Idee komme, nach Anbruch der Dunkelheit zu duschen. Nun teile ich mir den Schein der Lampe mit Horden an handtellergroßen Motten, langbeinigen Spinnen und buntleuchtenden Käfern in Dimensionen, wie man sie in Deutschland höchstens in aufgespießter und katalogisierter Form findet. Hin und wieder hüpft mir ein kleiner, vielfarbiger Frosch um die Füße. Was jenseits des gelben Lampenscheines liegt, möchte ich gar nicht erst wissen. In meinem Gästezimmer befindet sich ein Plastikeimer, für den Fall, dass mich des Nachts ein dringendes Bedürfnis überkommen sollte. Mir wurde davon abgeraten, den Weg zur Toilette zu wagen, da Schlangen hier nachtaktiv und gerne auch mal giftig sind.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- s9ymdb:82 --&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Auch ein Paradies hat seine kleinen Mängel, dieses meine hat aber vor allem einen: das Wetter. Genauer gesagt die Sonne, unerbittlich ist sie hier. Schon früh am morgen bewegt sich das Thermometer steil Richtung 40 Grad Celsius, zusätzlich ist es dschungelfeucht. Mein einziger Wanderversuch muss nach zwei mühsamen Stunden abgebrochen werden. Zum Glück stolperte ich mit meiner Wanderpartnerin da gerade an einem Tempel vorbei, wo wir nicht nur Schatten und frischen Tee bekamen, sondern auch kopfschüttelndes Mitleid und - was noch viel wichtiger war - den hinweis auf eine Abkürzung zum Hostel zurück. Statt Wandern habe ich mich daher mit (ein wenig) weniger anstrengenden Aktivitäten begnügt wie in einem schattigen Park in Taidong Fahrrad zu fahren (auch schon extrem schweißtreibend) oder damit, das traditionelle Drachenbootrennen zum Drachenbootfest anzuschauen. Dieses Fest ist eines der wichtigsten taiwanesischen bzw. chinesischen Feiertage und geht auf Rettungsversuche zurück, die vor weit über 2000 Jahren veranstaltet wurden, als sich ein beliebter Dichter und Staatsmann nach ungerechter Behandlung durch den König in die Fluten eines Flusses stürzte. Nachmittags bin ich einige Male mit dem Hostelpärchen und ein, zwei anderen Gästen hinunter ans den Pazifik gefahren. An einen weiten Sandstrand in einer geschützten Bucht, den wir meistens ganz für uns alleine hatten, da viele Taiwanesen sowohl Angst vor Wasser als auch vor der Sonne haben. Einmal sind wir erst am frühen Abend dort angekommen, da haben wir uns den Strand mit einigen Ami geteilt. Die Ami sind einer der 14 Ureinwohnerstämme Taiwans, die allesamt nicht chinesischen, sondern austronesischen Ursprungs sind. Neuere Theorien gehen sogar davon aus, dass Taiwan selbst der Ursprungsort oder zumindest Ausgangspunkt aller austronesischen Völker ist, aber das nur am Rande. Diese Ami jedenfalls, vor allem ältere Frauen, tanzten einen traditionellen Tanz um zu feiern, dass ihr riesiges Feuer gelungen war, in dem sie unter anderem Süßkartoffeln gegart hatten. Sie ließen uns nicht nur mittanzen, sondern auch mitessen. Ein weiterer Lieblingspunkt dieser Reise: eines morgens bin ich früh auf den Felsen neben der Küche geklettert, um von dort den Sonnenaufgang über dem Meer zu genießen. Zu meinen Füßen ein Meer aus grün, neben mir auf dem Fels einzelne, riesige weiße Blüten. Im Hintergrund spielte die Symphonie des Dschungels: ein Klangteppich gespielt von Zikaden, in forte, darüber gelegt in unregemäßigem Rhythmus der Gesang der Affen, die Rufe ungesehener Vögel.&lt;br /&gt;&lt;!-- s9ymdb:85 --&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 693px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:84 --&gt;&lt;img height=&quot;461&quot; width=&quot;693&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Taidong_Drachenboot.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Kleines Drachenbootrennen zum Drachenbootfest in Taidong&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 712px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:88 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Taidong_Tanz.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Tanz der Ami am Strand&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Nach dem Aufenthalt in den Bergen habe ich noch zwei Tage direkt in Taidong verbracht, einer entspannte Küstenstadt, die mich an ein stereotypes Kalifornien erinnert - in Rhythmus, Wetter und Lebensgefühl. Ich habe dort eine Freundin besucht, die ich das letzte Mal vor vielen, vielen Jahren gesehen habe, als sie zwei Wochen lang bei mir in Freiburg zu Besuch war. Damals waren wir beim Wandern auf dem Schauinsland von einem Gewitter überrascht worden, ein Erlebnis, das tief in ihre Erinnerung eingebrannt ist. So schön es war, meine Freundin wieder zu sehen, so anstrengend war es auch. Sie musste arbeiten und hatte eigentlich kaum Zeit für mich. Ich kann im Allgemeinen ganz gut auf mich selbst aufpassen, aber das lässt die taiwanesische Höflichkeit nicht zu. So stellte sie mir verschiedene ihrer Freunde als Babysitter zur Seite, deren Hauptaufgabe es wohl war, mich irgendwie beschäftigt zu halten, sei es auch mit Supermarktbesuchen oder Eisessen bei McDonalds. Am zweiten Morgen habe ich es immerhin zwischen zwei Aufpassern geschafft, mir ein wenig Luft zu schaffen und mir (alleine und zum Unverständnis meiner Begleiter) das sehr schicke Prähistorische Museum anzuschauen, in dem oben erwähnte austronesische Kulturen Taiwans vorgestellt werden, archäologisch und ethnologisch. Am zweiten Nachmittag sind wir zu fünft in die Berge gefahren, wo wir nach einem Spaziergang mitten auf dem noch sehr traditionellen Land ein überraschend leckeres (sprich authentischer als in Taipei) westliches Essen in ebenso überraschender aber gemütlicher Ikeaidylle genossen haben. Die Berge waren wie in meiner Erinnerung – blau, voller Palmen und Teeplantagen. Daneben Ananasplantagen, jede Frucht einzeln liebevoll verpackt. Den farblichen Kontrapunkt setzten bunte Scharen an Paraglidern, scheinbar der neue Tourismustrend vor Ort. &lt;br /&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 696px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt;&lt;!-- s9ymdb:87 --&gt;&lt;img height=&quot;516&quot; width=&quot;696&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Taidong_Reis.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Reisfelder nahe Taidong&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Auf dieser Reise habe ich mal wieder bemerkt, wie klein Taiwan ist. Nicht in geographischer Hinsicht – Taidong ist eine halbe bis ganze Tagesreise von Taipei entfernt und bietet eine völlig andere Landschaft - sondern in zwischenmenschlicher. Ich frage mich immer wieder, wo der Rest der 30 Millionen Einwohner Taiwans bleibt. Die Kreise, die sich um Ausländer herum ziehen, scheinen sehr klein. Jedenfalls habe ich in dem Minihostel in Taidong neben einer sehr netten Sozialarbeiterin aus Hongkong die ebenfalls sehr nette Exfreundin meines Yogalehrers aus Taipei kennengelernt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Inzwischen sind schon vier Wochen meines vierten und damit letzten Quartals hier an der Uni vergangen. Das Sommerquartal ist nicht nur kürzer als die anderen drei, man hat auch weniger Unterricht, sprich – fast so etwas wie einen normalen 8-10 Stunden Tag. Das heißt, ich habe endlich Zeit, die vielen kulturellen Angebote Taipeis zu nutzen, oder auch tatsächlich mal zu schlafen. Meine Kurse gefallen mir zudem sehr gut: ich habe einen Filmkurs, in dem wir interessante Filme aus Taiwan, Hongkong und dem chinesischen Festland diskutieren (und regelmäßig mehrseitige Aufsätze darüber verfassen); einen Kurs in dem wir verschiedene chinesische und taiwanesische Kurzgeschichten lesen (für Interessierte: &lt;a title=&quot;Lu Xun Wikipedia&quot; href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Lu_Xun&quot;&gt;Lu Xun&lt;/a&gt; ist bisher mein Lieblingsautor); und schließlich einen Einzelkurs, in dem ich Aufsätze lese, bisher verschiedene aus den 90ern, in denen unter anderen die Entwicklung der chinesischen Intellektuellen im 20. Jahrhundert mit denen der deutschen Ende des 18. Jahrhunderts verglichen wird. Alles nicht gerade einfach, aber sehr spannend. Kurz: das Quartal ist mit Abstand mein bestes bis jetzt. &lt;em&gt;Du sollst gehen, wenn es am Schönsten ist&lt;/em&gt;, heißt es wohl, und so wird auch mein Jahr im ICLP und an der Taida zu Ende gehen. Meine Zeit in Taiwan dagegen nicht unbedingt… aber da ist noch vieles unausgegoren und soll daher an anderer Stelle berichtet werden. &lt;br /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Bis dahin kämpfe ich mit der Hitze in Taipei, die in der Großstadt viel weniger angebracht scheint als in der Wildnis, und versuche weiterhin vergeblich, mir im inzwischen 35 Grad Celsius (!) warmen Uni-Schwimmbecken Abkühlung zu verschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Liebe Grüße aus Taipei!&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Kerstin &lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;!-- s9ymdb:85 --&gt;&lt;img height=&quot;508&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; style=&quot;border: 0px none; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Taidong_Blumen.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;em&gt;Am Rande&lt;/em&gt;: Eines abends saßen wir vor dem Hostel um ein Lagerfeuer. Zwei der Hostelgäste hatten noch ein paar Taidonger Freunde zum abendlichen Grillen mitgebracht. Darunter drei junge Kerle, alle drei vom Ami-Stamm. Sie waren sehr interessiert an mir, an Deutschland. Der erste wandelte die ansonsten übliche Frage nach den deutschen Autobahnen und der fehlenden Geschwindigkeitsbegrenzung ab, indem er feststellte: „Ah! Deutschland! Das ist das Land, in dem man mit Panzern auf der Straße fahren kann!“ Sein Nachbar fügte hinzu: „Und das Land, in dem man überall legal Marihuana kaufen kann, oder?“ Der dritte: „Deutschland ist das Land mit der großen Kirche. Aber pah, was ist das schon? Große Kirche, Eiffelturm… heutzutage kann man so was alles bei Google eingeben, und dann hat man es auf dem Bildschirm. Wirklich!“&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt; &lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Sun, 18 Jul 2010 07:42:22 +0200</pubDate>
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    <title>Dreiviertelzeit mit Schwarzwälderkirschtorte</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Inzwischen kann ich es wohl schon als Tradition bezeichnen. Jedes Mal, wenn ich mich im chinesischsprachigen Ausland aufhalte, trage ich die heimische Kultur auf kulinarische Art und Weise hinaus in die weite Welt: ich backe eine Schwarzwälderkirschtorte. Als ich (vor 10 Jahren!) das erste Mal in Taiwan war, damals in Tainan in Taiwans Süden, habe ich eine solche für meine Arbeitskollegen gebacken. Wochenlange Vorbereitungszeit, stundenlange Schweißarbeit, in wenigen Minuten aufgegessen. Als ich 2007 in Dalian, China, einen Sprachkurs besucht habe, hatte meine Sprachaustauschpartnerin nur einen sehnlichen Wunsch: dass ich ihr zeige, wie man eine echte Torte aus dem Schwarzwald backt. Mangels Küche saßen wir auf dem Boden und wechselten uns ab mit dem Rührbesen beim Teig- und Sahneschlagen. Hier in Taipei habe ich die Reihe nun fortgesetzt. Eine Freundin einer meiner Lehrerinnen hat ein kleines Geschäft mit dem schönen Namen &lt;em&gt;Flügel&lt;/em&gt;, in welchem sie deutsche Kuchen verkauft. Mit ihr und einigen ihrer Freundinnen bzw. Kolleginnen habe ich nun meine dritte Schwarzwäldertorte im fernen Osten gebacken. Obwohl ich dieses Mal so gut ausgestattet war wie noch nie (wir hatten sowohl eine Waage als auch ein Rührgerät!) ist es die mit Abstand hässlichste Torte geworden, die ich je gebacken habe... Lecker war sie wenigstens.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;!-- s9ymdb:79 --&gt;&lt;img height=&quot;375&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/schwarzwaldgesamt.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt; &lt;br /&gt;Backaktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;br /&gt;Ein &lt;em&gt;kleines &lt;/em&gt;Geschäft heißt hier im Übrigen wirklich klein. Ein eigenes Geschäft zu eröffnen gilt in Taiwan als etwas sehr Erstrebenswertes und ist zudem um Einiges einfacher als in Europa. Ständig eröffnen daher an allen Ecken und Enden neue Geschäfte, zum Teil nur einfache kleine Stände, und verschwinden eben so schnell wieder. Wenn das eigene Geschäft nicht läuft, macht man eben was anderes. Berufe kommen und gehen. Eine junge Frau die meinen &lt;em&gt;Backkurs &lt;/em&gt;besucht hat, ist beispielsweise zurzeit Masseurin. Sie möchte sich umorientieren und daher nun lernen wie man Kuchen backt. Mit Kuchen hatte sie bisher nichts zu tun, gebacken hat sie auch noch nie, aber das kann ja noch werden. Später möchte sie etwas ganz anderes machen, vielleicht ein eigenes Geschäft aufmachen und irgendetwas verkaufen, Kleidung vielleicht. Auch viele meiner Chinesischlehrerinnen sind nur vorübergehend Lehrerinnen. Sie wollen das ein paar Jahre machen, dann was anderes ausprobieren. Immer dasselbe zu machen sei schließlich langweilig. Selbstverständlich hat diese Flexibilität neben Vorteilen auch so einiges an Nachteilen. So weiß man nie, ob der Friseur, den man heute besucht, nicht gestern noch Automechaniker war. Es gibt Berufsschulen, aber keinen vorgeschriebenen Ausbildungsweg. So passieren dann solche Sachen wie bei uns in der WG-Küche. Bevor ich eingezogen bin, kamen anscheinend üble Gerüche aus dem Abfluss im Küchenboden. Einen Anruf an den Vermieter genügte, der schickte sofort einen Handwerker. Oder vielleicht besser, „Handwerker“. Dieser nämlich rührte kurz entschlossen einfach einen Eimer Beton an und goss den in den Abfluss. Aufgabe gelöst, Geruchsproblem beseitigt. Seitdem haben wir zwar keinen Gestank in der Küche aber auch keinen Abfluss im Küchenboden mehr. Die Mieter unter uns mussten sich durch den Beton bohren, um ihre Rohre wieder frei zu bekommen.&lt;br /&gt; &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 223px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:74 --&gt;&lt;img height=&quot;306&quot; width=&quot;223&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Ghostburger.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_right&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ghostburger. Der stolze Besitzer nennt sich auf Chinesisch Xiao gui, was so viel heißt wie kleiner Geist... &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Die positive Seite dieses kreativen Chaoses ist, dass sich jeder einfach mal an verschiedenen Berufen ausprobieren kann. So hat auch einer meiner Mitstudenten, zu Hause Student an der Eliteuniversität Yale, mal eben ein Quartal Chinesischunterricht ausgesetzt um stattdessen einen eigenen Burgerstand auf dem Nachtmarkt aufzumachen. Eine Kühltasche, eine Gasplatte mit Gasflasche, eine Pfanne, viel mehr braucht man nicht für das Kleinstunternehmen. &lt;em&gt;Ghostburger &lt;/em&gt;warden geboren. Selbstverständlich müssen auch hier in Taiwan Genehmigungen eingeholt werden, auf dem Nachtmarkt, munkelt man zumindest, sowohl von der Polizei als auch von der Mafia, aber es ist trotz allem sehr viel weniger umständlich als daheim.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Auch Flügel ist solch ein eine-Frau-Unternehmen. Es ist ein kleines Geschäft in einer kleinen Nebenstraße. Der Laden besteht aus einer Verkaufstheke mit vier Hockern. Es gibt nicht mehr als drei Sorten Kuchen pro Tag, meistens Rührkuchen. Und Tiramisu. Die Besitzerin backt alle Kuchen selber in ihrer WG Küche, auch den Verkauf macht sie fast immer alleine. Sie hat eine Zeitlang in Deutschland studiert und fand die Kuchen dort so toll, dass sie diese Kunst nach Taipei bringen wollte.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Wir haben also zu fünft in ihrer WG-Küche Torte gebacken, wobei sich der Spruch mit den vielen Köchen bewahrheitet hat. Der aber wohl besonders gilt, wenn drei der fünf Köche noch nie gebacken, Sahne geschlagen oder Kirschen eingedickt haben. Oder überhaupt echte Torte gegessen haben. Und der Ofen ein kleiner Toasterofen ist. Und das Spezialgeschäft mit den Backzutaten ausgerechnet am Backtag geschlossen hat. Das Unterfangen Torte in Taiwan hat letztlich sehr viele, schweißtreibende Stunden gedauert, dafür aber auch jede Menge Spaß gemacht. Und geschmeckt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Ansonsten habe ich nun tatsächlich schon drei meiner vier Quartale im &lt;em&gt;ICLP &lt;/em&gt;hinter mir. So richtig fassen kann ich es nicht. Andererseits merke ich an meiner Erschöpfung, dass tatsächlich viel Wasser den Jilong Fluss herunter geflossen ist, seit ich hier am Lernen bin. Man munkelt, das Sommerquartal sei lockerer als die anderen drei, ich hoffe es sehr. Im Moment habe ich zwei ganze Wochen Ferien, genügend Zeit also, um ein wenig Luft zu schnappen vor dem Endspurt.&lt;br /&gt;Die erste Ferienwoche habe ich vor allem mit Abschied verbracht, da der Großteil meiner Mitstudenten nach diesem Quartal wieder nach Hause gereist ist. Nur wenige Tapfere bleiben nicht nur für das akademische, sondern für das ganze kalendarische Jahr. Dafür kommen über den Sommer viele neue Studenten, die nur für die &lt;em&gt;Summer School&lt;/em&gt; nach Taiwan reisen.&lt;br /&gt;Neben Taschentuchwinkerin war ich in dieser Woche vor allem Taipeitouristin. Endlich einmal habe ich mir die Zeit genommen, die Ecken Taipeis und Umgebung zu erforschen, die man als typischer Besucher Taipeis besichtigt, als gestresster Bewohner aber allzu gerne vernachlässigt. Ich war am Jilong Fluss spazieren, im Wissenschaftsmuseum spielen und in einem KTV-Koloss (Karaoke-Burg mit privaten Zimmern) singen. Ich bin mit der Gondel hoch zu den Teehäusern von &lt;em&gt;Maokong &lt;/em&gt;geschwebt, wo wir uns nach einem Spaziergang durch die Teeplantagen auf der Terrasse eines Teehauses mit Panoramablick auf Taipei ausgeruht haben. Dort konnten wir einen extrem feinen Oolong-Tee und ein ebenso leckeres Abendessen inklusive Teeblattreis genießen während über unseren Köpfen der Himmel langsam dunkel und zu unseren Füßen die Stadt langsam hell wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;!-- s9ymdb:75 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Maokong1.jpg&quot; /&gt; &lt;br /&gt;Blick von Maokong auf Taipei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;br /&gt;Dienstag haben wir die äußerst seltene Koinzidenz von Ferientag und gutem Wetter genutzt, um in das eine Stunde Zugfahrt nördlich von Taipei gelegene &lt;em&gt;Fulong &lt;/em&gt;zu fahren. Dort haben wir bei strahlendem Sonnenschein einen Nachmittag am Strand verbracht. Wir konnten überdimensionale Sandkunstwerke bewundern, die anlässlich eines Wettbewerbs am Strand aufgebaut worden waren. Von solch hoher Kunst inspiriert, haben wir uns gegenseitig im Sand verbuddelt und anschließend in dem kleinen, eingezäunten, argwöhnisch bewachten Abschnitt der Bucht in dem Schwimmen erlaubt ist, die Wellen uns den Sand wieder vom Körper spülen lassen. &lt;br /&gt;Freitag war ich auf einem Konzert des taiwanesischen Mega-Stars &lt;a title=&quot;Jay Chou&quot; href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=eRFVc7Rb9Wg&quot;&gt;&lt;em&gt;Jay Chou&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;. Es war eines von zwei Konzerten, die im Rahmen seiner Welttournee in der riesigen Taipei-Arena stattfanden. Ein paar seiner Lieder fand ich richtig gut, der Großteil ist allerdings nicht so mein Geschmack, &lt;em&gt;Mandopop &lt;/em&gt;eben. Dafür war die Show großartig, mit Lasern, Feuerwerk, Tänzern etc. Jay Chou ist wegen seiner musikalischen Vielfältigkeit und Kreativität nicht nur in Taiwan extrem beliebt. Die Karten zu beiden Konzerten in Taipei waren jedenfalls innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Einige meiner Mitstudenten, die im Gegensatz zu mir echte Fans sind, haben am Tag des Kartenvorverkaufsstarts alle Kurse ausfallen lassen, um sich in den frühen Morgenstunden anzustellen – für den Verkaufsstart um 12.00 mittags. Mehrere taiwanesische Fans haben sogar vor dem Laden übernachtet. Ein Mitstudent hat seinen Rückflug nur wegen des Konzerts verschoben, Gebühr: 200 US Dollar. Deren Tickets haben dementsprechend auch das 3-5-fache von meinem gekostet… dafür konnten sie bestimmt auch mehr sehen als ich. &lt;br /&gt;Gestern schließlich konnte ich die Freiheit der Ferien nutzen um mitten in der Nacht in die Kneipe zu gehen. Dort konnte ich bis in die frühen Morgenstunden mit einem australischen Freund (und einem kanadischen der an dieser Stelle irrelevant ist) das Spiel &lt;em&gt;Deutschland – Australien&lt;/em&gt; verfolgen. Seine Stimmung wurde immer mieser, meine immer besser. Ich fühlte mich dabei fast wie zu Hause… Obwohl die Kneipe einem (ebenfalls zunehmend übellaunigem) Australier gehört, waren vor allem deutsche Fans vor Ort. Schwarz-Rot-Goldene Bierseligkeit, &lt;em&gt;Auf geht’s Deutsche schießt ein Tor&lt;/em&gt; und sogar &lt;em&gt;&#039;54, &#039;74, &#039;90, 2010&lt;/em&gt; füllten den Raum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:73 --&gt;&lt;img height=&quot;284&quot; width=&quot;258&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Kerstinsand.jpg&quot; style=&quot;float: right; border: 0px none; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; class=&quot;serendipity_image_right&quot; /&gt;In den nächsten Tagen habe ich vor, ein wenig durch Taiwan zu reisen, ich hoffe also, es gibt bald wieder etwas zu Berichten. Bis dahin liebe Grüße aus Taipei!&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Kerstin &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:73 --&gt;&lt;br /&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;!-- s9ymdb:70 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Fulong1.jpg&quot; /&gt; &lt;br /&gt;Fulong &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;!-- s9ymdb:71 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Fulong2.jpg&quot; /&gt; &lt;br /&gt;King Kong in Fulong &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;!-- s9ymdb:77 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/TaipeiRiverside.jpg&quot; /&gt; &lt;br /&gt;Am Jilong Fluss in Taipei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;!-- s9ymdb:81 --&gt;&lt;img height=&quot;385&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/jaychou_gesamt.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt; &lt;br /&gt;Jay Chou in der Taipei Arena &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;em&gt;Am Rande:&lt;/em&gt; &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt; &lt;!-- s9ymdb:80 --&gt;&lt;img height=&quot;331&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/hellokitty_sand.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt; &lt;br /&gt;Eine darf hier niemals fehlen: Hello Kitty. Daneben das Schild, das die Intention des Künstlers erläutert. 
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    <pubDate>Mon, 14 Jun 2010 18:02:03 +0200</pubDate>
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    <title>Kaffeefahrt mit Mazu</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
    <content:encoded>
    &lt;div style=&quot;width: 267px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:64 --&gt;&lt;img height=&quot;356&quot; width=&quot;267&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/mazupilgrimage5.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_left&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;In der Regenschirmfabrik&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Neulich habe ich an einer von der Uni organisierten Kaffeefahrt teilgenommen. Da bei knapp 35 Grad selbst der verwirrteste Rentner kein Interesse an Heizdecken hätte, wurde uns stattdessen ein Produkt ans Herz gelegt, dass für Bewohner einer Stadt mit gefühlten 350 Regentagen pro Jahr eine Gottesgabe ist: der Regenschirm. Getarnt wurde das ganze (kaffeefahrtzielgruppengerecht?) als Pilgerfahrt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mazu, Meeresgöttin und quasi-Schutzpatronin Taiwans, habe ich in diesem Blog schon mehrfach erwähnt. Bevor sie Göttin wurde, war sie ein normales Mädchen (wenn auch mit übernatürlichen Kräften), weshalb sie auch einen Geburtstag hat: den 23. Tag im 3. Monat des chinesischen Mondkalenders (um das Jahr 960 herum). Dieser wird in vielen Orten Taiwans groß gefeiert, besonders große Feierlichkeiten finden an einigen wenigen für die Gläubigen wichtigen Orten statt. Einer davon ist &lt;em&gt;Beigang &lt;/em&gt;– eine Kleinstadt im Westen der Insel, in der einer der ältesten und wichtigsten Mazu-Tempel Taiwans steht. Zu diesem Anlass also hatte das Sprachzentrum eine 3-tägige Reise organisiert, bzw. von einem externen Veranstalter organisieren lassen. Die Reise war relativ günstig, umfasste dementsprechend (?) diverse Zwischenstopps in an der Autobahn gelegenen Tee- oder anderen Spezialitätengeschäften – sowie besagter Regenschirmfabrik. In jener wurden uns von einer enthusiastischen Dame Regenschirme aller Couleur detailreich vorgestellt. Sogar den größten Regenschirm Taiwans konnten wir bestaunen, so groß, dass mein momentanes Zimmer mindestens 10mal darunter passen würde. &lt;br /&gt;Wäre ja alles nicht so schlimm und eher zum Lachen, wenn den Veranstaltern darüber nicht das eigentliche Ziel der Reise aus den Augen geraten wäre. So kam es, dass wir an Mazus Geburtstag Tee kauften, Schirme bewunderten und Bleistiftbehälter aus Weihrauchton bastelten (selbst für einen Bastelfan wie mich Zeitverschwendung... vor allem angesichts der Tatsache, dass die allermeisten Teilnehmer in wenigen Wochen nach Hause fliegen) – und erst abends um 10 Uhr (!) in Beigang ankamen. Nur weil der Busfahrer sehr nett war und seinen Feierabend nach hinten verschoben hat durften wir wenigstens bis 11 Uhr (!!) bleiben. Lange vorbei war zu dieser Zeit der vor allem von kostümierten und tanzenden Kindern bemannte buntlaute Wagenumzug sowie der Großteil des als typisch geltenden Gebölleres. Auch die Gläubigen, die im Trance allerlei für Außenstehende äußerst schmerzhaft erscheinende Praktiken ausüben, waren schon erschöpft nach Hause gegangen. Es war dennoch absolut sehenswert. Wenn auch der Großteil der Festivitäten vorbei war, viele Besucher und somit die Stimmung waren auch um 10 Uhr noch da. Wir haben zum Glück noch das Ende einer Tempelprozession mitbekommen, in welcher Mazu mit viel Geleit in einer Sänfte von Tempel zu Tempel getragen wird. Wir haben den hell erleuchteten Tempel bestaunen können, einige Götter furchterregend tanzen sehen und uns vor den letzten riesigen Teppichen aus Böllern in Sicherheit gebracht, in deren Mitte die Gläubigen stehen bleiben um ihr Gottvertrauen oder ihren Mut zu beweisen. Und, um fair zu sein: nachmittags haben wir in einem anderen Örtchen (&lt;em&gt;Lugang&lt;/em&gt;) schon einen kleinen Teil einer Mazu-Prozession mitbekommen, völlig verpasst haben wir die Geburtstagsparty also glücklicherweise nicht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:63 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/mazupilgrimage4.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Verschiedene Götter in Beigang&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 534px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:60 --&gt;&lt;img height=&quot;712&quot; width=&quot;534&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Mazupilgrimage1.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Einer der &lt;em&gt;Acht Unsterblichen&lt;/em&gt;, den man um Rat bitten kann - wenn er nicht gerade in Trance mit dem Schwert tanzt&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 712px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:68 --&gt;&lt;img height=&quot;475&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/mazupilgrimage9.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Vor dem Tempel in Beigang. Man beachte die Funktion der den Tempel bewachenden Löwen im Hintergrund&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;So unbefriedigend die Reise begonnen hat, letzten Endes war es doch ein wunderbarer Ausflug. Der zweite und der dritte Tag standen nicht mehr im Zeichen Mazus, sondern sollten unseren von Böllerrauch geschwärzten Lungen Erholung bieten. Es ging ins Bergland im Zentrum Taiwans, in ein Waldgebiet (&lt;em&gt;Xitou&lt;/em&gt;), das wie 1% der gesamten Insel unserer guten alten &lt;em&gt;National Taiwan University&lt;/em&gt; gehört. Wir haben einen Bambuswald besucht, dort aus Bambusschüsseln in Bambusstämmen gekochte Bambussprossen gegessen, mit dem angetrunkenen Besitzer der Gaststätte seine Bambuskanone getestet, allein mit Wasser und mysteriösen Steinen befeuert (kawumm!), sowie Laternen aus Bambus gebastelt. Selbst Unterwäsche aus Bambusfaser hätten wir erwerben können. Wir waren spazieren und sogar richtig wandern, dabei haben es alle sehr genossen, der großen Stadt für ein Weilchen zu entkommen – dazu noch in eine solch ausgesprochen schöne Gegend. Wir haben mit einem Biologen, unseren Bambuslaternen und leider noch 50 anderen Leuten eine Nachtwanderung unternommen, in der wir die heimische Insekten- und (teils giftige) Froschwelt vorgestellt bekamen und als Highlight des Abends, selbstverständlich ohne Laternen, in einen Teil des Waldes gingen, der über und über von Glühwürmchen bevölkert ist. Auf dem Rückweg nach Taipei haben wir schließlich einen Zwischenstopp nahe der Stadt Taizhong eingelegt um dort eine kleine Fahrradtour in leuchtend grüner Umgebung zu unternehmen, was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:65 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/mazupilgrimage6.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Teich im Wald&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:66 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/mazupilgrimage7.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Im Wald bei Xitou&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 712px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:67 --&gt;&lt;img height=&quot;303&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/mazupilgrimage8.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Die Pilgerrunde&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Die Reise wurde also zunehmend besser und ich bin froh, mitgefahren zu sein. Selbst unsere Kaffeefahrt-Leiterin, die uns anfangs wahlweise wie demente Senioren oder Kindergartenkinder behandelte („&lt;em&gt;wie viele Sicherheitsausgänge hat der Bus? Wer kann sie zählen? Als Preis gibt es einen Snack, den alle Kinder in Taiwan gerne essen!&lt;/em&gt;“ etc. Es stellte sich im Übrigen später heraus, dass sie hauptberuflich tatsächlich Kindergärtnerin ist), wurde im Lauf der Reise zunehmend ruhiger. Möglicherweise weil ihr Verkaufsziel erreicht war? So genervt alle waren, die Rechnung der Veranstalter ist aufgegangen: sehr viele von uns haben nicht nur Tee oder Kekse sondern auch einen Schirm gekauft, manche auch zwei oder drei. Ich muss gestehen, auch ich konnte nicht widerstehen (der Schirm war einfach zu niedlich und klein, er passt sogar in meine Handtasche!).&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Kerstin&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 534px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:61 --&gt;&lt;img height=&quot;712&quot; width=&quot;534&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/mazupilgrimage2.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Nachdem ein Böller-Teppich angezündet wurde... ich war dann doch froh, dass ich niemandem etwas beweisen muste und das Ganze vom Rande beobachten konnte&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;em&gt;Am Rande&lt;/em&gt;: Politiker hier scheinen wesentlich emotionaler als anderswo… Nicht zum ersten Mal hat Ende April eine &lt;a title=&quot;Reutersmeldung&quot; href=&quot;%20http://uk.reuters.com/article/idUKTRE64A0JJ20100511&quot;&gt;Debatte &lt;/a&gt;im Parlament zu Handgreiflichkeiten unter den Abgeordneten geführt. Diese Mal gab es mehrere Verletzte und eine Ohnmächtige. Das Thema diese Mal: sollen Studenten vom chinesischen Festland an taiwanesischen Universitäten zugelassen werden?&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 373px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:69 --&gt;&lt;img height=&quot;472&quot; width=&quot;373&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/ubahn_kameraschutz.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;&lt;em&gt;Bilder am Rande&lt;/em&gt;: Ich will es gar nicht genau wissen...&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 22 May 2010 20:00:53 +0200</pubDate>
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    <title>Chinesische Ismen und Schwärmereien</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
    <content:encoded>
    &lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 300px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:59 --&gt;&lt;img height=&quot;400&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/classicalchinese2.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_left&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Gege Kerstin&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;Vor zwei Wochen hatten wir im Sprachzentrum einen &lt;em&gt;klassisches Chinesisch Tag&lt;/em&gt;. In traditionelle (wenn auch nicht klassische) chinesische Trachten aus verschiedenen Dynastien gehüllt, trugen einige von uns im klassischen Chinesisch verfasste Gedichte vor. Jeder hielt zudem eine kleine Ansprache (zum Glück in modernem Chinesisch) in der jede(r) seine persönliche Beziehung zum ausgewählten Stück Text darzulegen versuchte. Ich habe ein Gedicht aus der Tangzeit gewählt, im 8. Jahrhundert vom allround-Künstler &lt;em&gt;Wang Wei &lt;/em&gt;verfasst: &lt;em&gt;das Lied vom Pfirsichblütenfluss&lt;/em&gt;. An Literatur Interessierte können sich &lt;a title=&quot;Peach Blossom River&quot; href=&quot;http://afpc.asso.fr/wengu/wg/wengu.php?l=Tangshi&amp;amp;no=78&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; das Gedicht (mit englischer Übersetzung &lt;img src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/templates/default/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; style=&quot;display: inline; vertical-align: bottom;&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt; anschauen. Alle anderen können sich einfach über die an diesem Tag entstandenen Bilder freuen!&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Ansonsten habe ich letzte Woche nicht nur meine Midterm-Prüfungen, sondern auch noch das chinesische Äquivalent zum englischen TOEFL-Test (also einen standardisierten Sprachtest) hinter mich gebraucht und bin dementsprechend erschöpft. Das dritte Quartal im intensivst-Intensivkurs hier zehrt an mir. Die Krankheitsquote unter meinen Kommilitonen steigt exponentiell. Auch ich bin jetzt erst, drei Wochen nachdem ich krank geworden bin, so langsam wieder gesundheitlich auf der Höhe. Ein typischer Tag aus der letzten Woche: 6 Uhr aufstehen, letzte Hausaufgaben machen, wiederholen. 8-12 Uhr: 4 mal hintereinander Intensivkurs, das heißt 4 Lehrer, 4 Lehrbücher. 12-13 Uhr: Vortrag im Sprachzentrum auf Chinesisch, nebenher Verzehren eines von der Schule gestellten Mittagessens. 13-23 Uhr Hausaufgaben, Lernen in einem Café oder der Bibliothek. Dazwischen kurze Abendessenspause. Nach Hause, Wäsche waschen, Aufräumen, ähnliches. Zwischen 24 und 1 Uhr ins Bett. Oder auch noch mal wiederholen. Und wieder von vorne.&lt;br /&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Da ich unter derartigen Umständen nicht besonders viel berichtenswertes erleben konnte, werde ich stattdessen versuchen, eine Frage zu beantworten, die sich nach Lektüre des obigen Absatzes aufdrängen mag, bzw. die mir auch schon mehrfach gestellt wurde: WARUM?? Warum tust du dir das an? Und auch: warum ist das nötig, du lernst doch schon so lange?&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Ich werde mit der zweiten Frage beginnen:&lt;br /&gt;&lt;u&gt;&lt;strong&gt;Was das Chinesischlernen so schwierig macht:&lt;/strong&gt;&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;1.&amp;#160;&amp;#160; &amp;#160;Die vollkommene Andersartigkeit der Sprache&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Jemand der bisher noch nie eine außereuropäische Sprache gelernt hat, kann sich häufig nicht vorstellen, wie verschieden menschliche Sprachen sein können. Beim Lernen des Chinesischen geht das von den für uns nicht intuitiven aber bedeutungsunterscheidenden Tönen der Wörter über eine völlig andersartige grammatischen Struktur bis hin zu einer für uns fremden Logik im Aufbau von Texten. Selbst der Wortschatz stellt ein größeres Hindernis als bei vielen anderen Sprachen dar. Dieser ist nicht nur extrem groß, sondern auch extrem fremd, das heißt: wirklich jedes Wort muss erlernt werden. Es gibt so gut wie kein Wort, das man schon aus der eigenen Sprache kennt, keines, dessen Bedeutung man erahnen kann, weil man so was ähnliches schon einmal in einer anderen Sprache gelernt hat. Das mag auf den ersten Blick nicht dramatisch klingen, daher ein Beispiel zur Erläuterung:&lt;br /&gt;Nach zwei Semestern Russisch mit lediglich vier (wenn auch intensiven) Stunden Unterricht pro Woche konnte ich (mit Lexikon natürlich und sehr langsam aber immerhin) einigermaßen gut normale Texte lesen. Klausurinhalt waren beispielsweise Texte Lenins zur Maisproduktion. Das liegt nicht daran, dass ich besonders toll bin, sondern daran, dass das Russische wie die meisten anderen Sprachen auch sehr viele Begriffe der Moderne mit dem Deutschen teilt. Im Chinesischen ist das leider sehr selten der Fall. Weshalb man nach einem Jahr Chinesisch mit 4 Stunden die Woche auch noch nicht besonders viel kann.&lt;br /&gt;Selbst die ganzen –ismen, die auch hier im Diskurs häufig sind, müssen neu erlernt werden, von Kapitalismus (Russisch &lt;em&gt;kapitalism&lt;/em&gt;, Chinesisch &lt;em&gt;zibenzhuyi&lt;/em&gt;, über Kommunismus (Russisch &lt;em&gt;kommunism&lt;/em&gt;, Chinesisch &lt;em&gt;gongchanzhuyi&lt;/em&gt;) bis hin zu Utilitarismus (Russisch &lt;em&gt;utilitarism&lt;/em&gt;, Chinesisch &lt;em&gt;gonglizhuyu&lt;/em&gt;). Allerhöchstens noch westliche Genussmittel lassen sich direkt übersetzen, so heißt ein Cappuccino auch auf Chinesisch &lt;em&gt;kabuqinuo&lt;/em&gt;. Selbst westliche Namen sind allerdings meist so stark eingechinesischt, dass man sie nicht unbedingt wieder erkennt. So sind weder &lt;em&gt;Kang de&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;Mei ke er&lt;/em&gt; noch &lt;em&gt;Shi wei yin shi tai ge&lt;/em&gt; unmittelbar als Kant, Merkel oder Schweinsteiger zu erkennen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2.&amp;#160;&amp;#160; &amp;#160;Die Schrift&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 300px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:57 --&gt;&lt;img height=&quot;190&quot; width=&quot;300&quot; class=&quot;serendipity_image_right&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/einstaiwan.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ein sehr einfaches und zwei etwas kompliziertere Schriftzeichen&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;In den letzten dreitausend Jahren hatten die Menschen in China sehr viel Muße, sich neue Schriftzeichen auszudenken. Dementsprechend finden sich in vollständigen modernen Lexika über 50 000 verschieden Schriftzeichen. Nicht Wörter, Schriftzeichen. Davon werden in der modernen chinesischen Schriftsprache allerdings nur noch 5000-6000 regelmäßig gebraucht – mehr muss ein einigermaßen gebildeter Mensch hier daher auch nicht beherrschen. Um eine Zeitung lesen zu können, genügen sogar schon 3000 Zeichen, um nicht als Analphabet zu gelten lediglich 2000. Allerdings – auch 2000 Zeichen erfordern schon so einiges an Merkaufwand. Manche Zeichen sind ja noch ganz einfach, andere dagegen erfordern sehr viel mehr Übung (siehe Beispiel). Es gibt bestimmte Prinzipien, nach denen Zeichen aufgebaut sind, die das Merken erleichtern, so haben beispielsweise ähnliche ausgesprochene Wörter manchmal (!) einen gemeinsamen Bestandteil. Das sind jedoch alles nur Eselsbrücken, selbst ein chinesischer Gelehrter kann bei einem ihm unbekannten Zeichen weder mit Sicherheit sagen, wie es ausgesprochen wird, noch was es bedeutet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3.&amp;#160;&amp;#160; &amp;#160;Die Redewendungen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Neben Redewendungen a la „Morgenstund hat Gold im Mund“ gibt es im Chinesischen noch eine gesonderte Kategorie Sprichwort, die sogenannten &lt;em&gt;Chengyus &lt;/em&gt;(uebersetzt sowas wie &lt;em&gt;Sprache werden&lt;/em&gt;). Diese bestehen fast immer aus vier Schriftzeichen und ihre Besonderheit liegt darin, dass sie viel formelhafter und viel stärker fester Bestandteil der Sprache sind, als es Sprichwoerter in unserem Sinne sind. Manche werden wie Nomen gebraucht, andere wie Adjektive, andere wie Verben. Vor allem in gehobenen geschriebenen Texten, wie z.B. Tageszeitungen, aber auch in der gesprochenen Sprache sind diese &lt;em&gt;wie Sand am Meer &lt;/em&gt;zu finden. Im Gegensatz zum Deutschen zeugt ihre Verwendung von gutem Stil. &lt;em&gt;In der Kürze liegt schließlich die Würze&lt;/em&gt;. Da sie überwiegend aus dem klassischen Chinesisch stammen, entspricht haeufig weder die Bedeutung der einzelnen Zeichen noch die grammatische Struktur des ganzen Sprichworts der modernen Sprache. Selbst allerdings wenn man das klassische Chinesisch lernt, erschliesst sich die Bedeutung der Chengyus nicht unbedingt. Viele Chengyus zitieren klassische Texte, man muss daher die Geschichte oder den Mythos dahinter kennen, um das Sprichwort verstehen zu koennen. &lt;em&gt;Es gibt also keine Hilfe&lt;/em&gt;, man muss sie einfach auswendig lernen – wie das im Übrigen auch die Schueler hierzulande tun. Da ist nicht nur &lt;em&gt;aller Anfang schwer&lt;/em&gt;. Damit kann man sich ein ganzes Weilchen beschaeftigt halten – je nach Zählart gibt es im modernen Chinesisch 5000-20 000 solcher Chengyus (Im &lt;a title=&quot;Wiktionary Chengyu&quot; href=&quot;http://en.wiktionary.org/wiki/Category:Mandarin_idioms_in_traditional_script&quot;&gt;Wiktionary&lt;/a&gt; finden sich knapp 1000 Stück mit englischer Übersetzung, auf einer &lt;a title=&quot;Chengyu&quot; href=&quot;ttp://www.guoxue.com/chengyu/cys_001.htm&quot;&gt;chinesischen Seite&lt;/a&gt; sind&lt;br /&gt;
 11522 Stück gelistet). &lt;em&gt;Gut Ding will schließlich Weile haben&lt;/em&gt;. Ein Beispiel: &lt;em&gt;chu chu cao cao&amp;#160; &lt;/em&gt;– woertlich etwa Ort-Ort-&lt;em&gt;Name&lt;/em&gt;-&lt;em&gt;anderer Name&lt;/em&gt;. Heißt aber so viel wie ein Mensch, der ständig misstrauisch ist.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 707px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:55 --&gt;&lt;img height=&quot;410&quot; width=&quot;707&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/classicalchinese1.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Alle 13 Vortragenden plus Organisatorinnen&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Chinesisch ist also schwer und das Lernen mühevoll. Wozu also das Ganze?&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;u&gt;Warum ich das Chinesische so liebe:&lt;/u&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;1.&amp;#160;&amp;#160; &amp;#160;Die vollkommene Andersartigkeit der Sprache&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Eine neue Sprache zu lernen, eröffnet immer eine neue Welt. Wie viel aufregender aber ist diese Welt, wenn die Sprache die man lernt, einer völlig anderen Logik als die der eigenen Sprache folgt? Aus einer ganz anderen Tradition stammt? Ich spüre jeden Tag meine Gehirnzellen neue Verbindungen knüpfen, fleißig dabei, neue Pfade für meine Gedanken zu bauen und alte Hindernisse einzureißen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2.&amp;#160;&amp;#160; &amp;#160;Die Schrift&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;So schwer es auch sein mag, sie zu erlernen – allein schon aus ästhetischen Gründen lohnt sich. der Aufwand. Hinter jedem einzelnen Schriftzeichen stehen zudem Jahrhunderte, Jahrtausende an Bedeutung. Ein ganzes philosophisches Gebäude kann in einem einzigen Zeichen verkörpert werden. Chinesische Kalligraphie als Verbindung zwischen Kunst und Philosophie versinnbildlicht dies auf wunderbare Weise. Wenn ich dabei bin, Texte von Konfuzius und Zeitgenossen zu entschlüsseln, in denen jedes Zeichen eine weite Bandbreite an Bedeutung mit sich trägt, reisen meine Gedanken mit den Schriftzeichen weit in die Vergangenheit. Zusätzlich haben die Schriftzeichen auch einen Beigeschmack von visuellem Puzzlespiel, zumindest für mich Ausländerin, und machen daher einfach Spaß. Zusätzlicher Pluspunkt: da die Schriftzeichen unabhängig von Aussprache auch eine Bedeutung in sich tragen, sind Chinesische Texte über Dialektgrenzen hinweg verständlich – was gerade im dialekt- und sprachreichen China sehr praktisch ist. Und nicht nur das: auch Sprachgrenzen können durchbrochen werden. So besteht zum Beispiel die japanische Schrift aus einer Mischung zweier japanischer Alphabete plus einer Auswahl an chinesischen Schriftzeichen. Obwohl das Japanische eine völlig andere Sprache als das Chinesische ist, kann ich einem geschriebenen japanischen Text anhand der Schriftzeichen oft entnehmen, worum es ganz grob geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3.&amp;#160;&amp;#160; &amp;#160;Die Redewendungen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;So anstrengend das Lernen der ganzen Chengyu auch sein mag, sie bereichern die Sprache unglaublich. Mit lediglich vier, dazu haeufig noch nach Wohlklang zusammengestellten, Silben kann man einen ganzen Berg an Bedeutung vemritteln. Das Spielen mit Chengyu gibt der Ausdrucksfaehigkeit Tiefe. Und nein, sie machen die Sprache nicht steif, gerade das Spielen mit Ihnen, das Austauschen eines einzelnen Zeichens, das absichtliche Verwenden im falschen Kontext, erlaubt jede Menge Sprachwitz. Gerade wo ich zur Zeit dabei bin, das klassische Chinesisch zu lernen, beeindruckt mich die Schwere der Jahrhunderte bzw. Jahrtausende, die hinter den Begriffen steht. Gerade eben habe ich ein Sprichwort in einem Text entdeckt, das unmittelbar aus einer Konfuzius Rede stammt, die von dessen Schülern vor weit über 2000 Jahren aufgezeichnet wurde und die wir heute morgen im Unterricht gelesen haben (Welches n.b. soviel bedeutet wie: &lt;em&gt;wenn drei Menschen zusammen sind, kann ich von mindestens einem der anderen beiden etwas lernen.&lt;/em&gt;). Für die Lateiner unter euch mag das nach altem Hut klingen, mich beeindruckt aber nicht nur die Geschichte, sondern vor allem die Lebendigkeit dieser Tradition. Und dass beispielsweise ein Konfuzius Text nicht nur über Jahrtausende, sondern auch über Kulturgrenzen hinweg verständlich sein kann, gibt dem Lernen zusätzliche Motivation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich, hinter einer Sprache steht auch immer eine Kultur. Meine Begeisterung für dieselbe habe ich aber denke ich in den vergangenen Einträgen oder in persönlichen Gesprächen schon zu Genüge kund getan… Ich freue mich bei jedem gelernten Wort, dass sich mir nun ein weiterer kleiner Teil dieses riesigen Kulturraums erschließt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur Feier des halben Quartals und der überstandenen Prüfungen sind wir letzten Sonntag auf einen dreitägigen Uni-Ausflug ins Herz Taiwans gereist, wo der Geburtstags Mazus, der Schutzpatronin Taiwans, gefeiert wurde. Darüber berichte ich in Bälde! Der nächste Eintrag wird also wieder ein Erlebnisbericht wie gehabt, keine Sorge &lt;img src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/templates/default/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; style=&quot;display: inline; vertical-align: bottom;&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Grüße in die Welt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kerstin&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;PS Kleines Gesundheitsupdate für die, die sich sorgen: Nach der Ohnmacht aus dem letzten Eintrag geht es mir wieder gut. Ich war eine gute Woche außer Gefecht, aber nach diversen Arztbesuchen mit Blutuntersuchung, EKG, EEG, sowie Hals-Ultraschall steht fest: es war wohl nichts weiter Dramatisches und bleibende Schäden außer zwei angeknacksten Zähnen gibt es nicht.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; align=&quot;justify&quot; /&gt; &lt;em&gt;Am Rande&lt;/em&gt;: Was Taiwan gerade bewegt: Lin Yu Chun, ein rundlicher junger Mann mit Topfschnitt und roter Fliege, der Whitney Houstons Klassiker „I will always love you“ in einer taiwanesischen Talentshow à la &lt;em&gt;Taiwan sucht den Superstar&lt;/em&gt; vorgetragen hat. Manche Kommentatoren meinen, er singe dabei besser als Whitney selbst… ob dem so ist oder nicht – er ist damit quasi übernacht nicht zu einer weltweiten Sensation geworden. &lt;a title=&quot;Lin Yu Chun Auftritt&quot; href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=UB2Tl0xOqbI&quot;&gt;Link zum Auftritt&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 267px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:58 --&gt;&lt;img height=&quot;289&quot; width=&quot;267&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Sprite.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Habe eine stetig sammelnde Wachsung, äh... ihr wisst schon... an Fotos von Schildern und anderen Kuriositäten. Führe daher hiermit die Rubrik Abschlußschmankerl ein &lt;img src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/templates/default/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; style=&quot;display: inline; vertical-align: bottom;&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt; Zum Anfang: Grüntee-Sprite&lt;br /&gt;
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&lt;/div&gt; 
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    <pubDate>Sun, 09 May 2010 09:51:22 +0200</pubDate>
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    <title>Schattenboxen führt in den Ameisenhaufen</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Es ist, als hätte ich mich zum ersten Mal in meinem Leben so richtig geprügelt. Ich habe eine dicke, sich langsam blau verfärbende Lippe, schmerzende Zähne und eine Nase, die auf Berührungen ungnädig reagiert. Mein Nacken ist steif und schmerzt ebenfalls. Auch der Beginn dieses Zustands hatte ein wenig was von Boxring. Zumindest so, wie ich mir diesen vorstelle.&amp;#160; Ich wachte aus einem tiefen Traum auf, weil mich jemand an der Schulter schüttelte. Ziemlich verwirrt stellte ich fest, dass ich auf dem Boden lag, über mir grelles Licht sowie an die 20 Menschen, die um mich herum standen und mich mit großen Augen anstarrten. Im Gesicht hatte ich ein blutiges Tuch. Und ja, da war auch irgendwas von Boxen… &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Allerdings nur Schattenboxen, was mit ersterem herzlich wenig zu tun hat. Mitten in meinem Tai-Chi-Kurs bin ich ohnmächtig geworden und platsch – mit dem Gesicht voran auf den Holzboden geknallt… Welcher Schatten auch immer mir diesen Schlag versetzt hat, er hat unfair gekämpft, denn der Kampf war noch nicht angepfiffen. Wir waren gerade mal bei der ersten Aufwärm- bzw. Entspannungsübung angekommen. Ich kann euch beruhigen – mir geht es gut und ich war natürlich auch beim Arzt, der nichts Schwerwiegendes feststellen konnte und insgesamt nicht besonders beunruhigt schien. Daher werde ich das Ganze einfach als Gelegenheit ansehen, euch zu erzählen, wie es so in einem taiwanesischen Krankenhaus zugeht.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Montagmorgen bin ich mit dem Taxi ins Uni-Krankenhaus der Taida gefahren. Dort reihten wir uns in eine lange Reihe anderer Taxis ein, die einer nach dem anderen ihre Fahrgäste abluden. In der hohen und laut hallenden weil menschenüberfüllten Empfangshalle kam ich mir ziemlich verloren vor... bis ich eine Leuchtboje im Menschenmeer entdeckte. In vielen öffentlichen Institutionen in Taipei arbeiten freiwillige Helfer, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als verwirrten Menschen den Weg zu weisen. Diese Helfer tragen meist neongelbe Verkehrswesten und sind daher schon von weitem zu erkennen. So eine Helferin führte mich also durch die ersten Schritte. Als erstes, wie wohl überall auf der Welt, musste ein Formular ausgefüllt werden. Kontaktdaten, Vorgeschichte, Einverständniserklärung in die Behandlung etc. Des Weiteren bekam ich die Regeln des Krankenhauses ausgehändigt. Alle Patienten werden gleich behandelt, ich muss für die Kosten meiner Behandlung aufkommen, meine Daten sind sicher… und von unangebrachten Verhaltensweisen ist abzusehen. „&lt;em&gt;Such improper behaviors include smoking, eating betel nuts and consuming / possessing durian fruits&lt;/em&gt;.”&amp;#160; Letztere riechen so stark, dass sie den eh schon geschwächten Patienten wohl nicht zuzumuten sind.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Als nächstes: Nummer ziehen für den Anmeldeschalter. Warten. Anmelden. Für welche der 24 Abteilungen denn? Ich schildere meine Umstände. Neurologie also. Da sind heute Vormittag keine Termine mehr frei, kommen sie einfach heute Nachmittag wieder. Ich erkläre, dass es mir nicht besonders gut gehe, ob es nicht vielleicht in einer anderen Abteilung…? Na gut, sie kann mir in der Chirurgie einen Termin geben. Die können Sie auch behandeln. Ich bekomme eine neue Nummer, diesmal für die Chirurgie. Praxis Nr. 13 in der Chirurgie Abteilung. Nach längerem Durchfragen finde ich den richtigen Ort. Über der Tür prangt, wie über fast allen Türen an denen ich vorbei gekommen bin, eine Digitalanzeige mit roten Zahlen wie im Amt. Ich nehme auf einem der davorstehenden Plastiktühle inmitten vieler anderer Wartenden Platz und... warte. Und warte. Insgesamt über vier Stunden lang. Endlich ist meine Nummer an der Reihe und ich darf das Arztzimmer betreten. Arzt und Krankenschwester sind nett, wir unterhalten uns fröhlich auf Chinglisch. Sie untersuchen mich, soweit alles in Ordnung. Zur Sicherheit bekomme ich eine Überweisung für weitere Untersuchungen. &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Zunächst aber muss ich zur Rechnungsabteilung und die Rechnung, die mir der Arzt gegeben hat, sofort begleichen. Eine Nummer ziehen. Warten. An einem von sehr vielen Schaltern bezahlen. Da ich Mitglied der staatlichen Gesundheitskasse bin, muss ich nur einen Zuschuss von etwas weniger als 10 Euro bezahlen. Zum Glück habe ich keine Medikamente verschrieben bekommen, sonst müsste ich zur Apothekenabteilung, eine Nummer ziehen und… So aber kann ich direkt weiter in die Kardiologie. Zum Glück finde ich wieder eine freiwillige Helferin, die mir nicht nur den Weg weist, sondern mir auch zeigt, in welchen Schlitz ich meine Anmeldung zum EKG einwerfen muss und wo ich warten kann, bis ich dran bin. Hier ist die Wartezeit zum Glück nicht so lang und auch die Untersuchung selbst ist in einem Augenblick vorbei. Danach geht’s weiter zur Blutabnahmestation. Nummer ziehen. Warten. Hier reiht sich ein Schalter neben den anderen, über jedem die obligatorische Digitalanzeige, auf jedem Tisch neben diversen medizinischen Utensilien jeweils ein schwarzes Plastikkissen zum Armauflegen. Hier sitzen bald 20 Arzthelferinnen nebeneinander, die scheinbar den ganzen Tag nichts anderes machen als Blutabnehmen. Dementsprechend schnell geht das Ganze dann auch, wenn man erst mal dran ist. An der Wand hängt ein riesiges Schild, dass alle Patienten darauf hinweist, dass sie auch wirklich 5 Minuten lang auf die Einstichwunde drücken sollen. Ein bisschen froh, dass ich keine Urinprobe oder ähnliches abgeben muss, bin ich an dieser Stelle schon. Dann darf ich auch schon, einen halben Tag später, wieder nach Hause. Nächste und übernächste Woche werden vorsorglich noch Hals und Hirn untersucht, da darf ich mich also noch mal ins Getümmel stürzen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Dieselbe Art der effizienten Betriebsamkeit herrscht übrigens im Gesundheitsamt (wo ich meinen Versicherungsausweis beantragen musste). Zum Glück gibt es auch dort die „gelben Engel“. In einem von vielen, vielen ähnlichen Räumen reihen sich vierzig (!) Schalter aneinander, die eigentlich auch keine Schalter sind, sondern nur Abschnitte eines extrem langen Tisches mit Digitalanzeigen drüber. Dahinter die vorwiegend weiblichen Angestellten, alle in Uniform, alle mit Mundschutz, der den größten Teil ihres Gesichts verdeckt. Trotz aller augenscheinlicher Anonymität - so was wie Privatsphäre ist da nicht – links von mir wurde die Arbeitslosigkeit des Sohnes, rechts von mir die chronische Krankheit der Antragsstellerin verhandelt… &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Grüße und bis bald (und macht euch keine Sorgen, mir geht es gut)!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kerstin&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; align=&quot;justify&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;strong&gt;Am Rande:&lt;/strong&gt; Mein neuer Lieblingsbegriff aus einem Aufsatz zur Frauenbewegung: &lt;em&gt;Yi bei shui zhu yi&lt;/em&gt;, wörtlich übersetzt: ein-Becher-Wasser-ismus. Kritischer (und hochsprachlicher!) Terminus, der übertragen heißt: Wenn die Beziehungen zwischen Männlein und Weiblein sich so gestalten wie beim Wassertrinken, sprich: man jedes Mal zum Durstlöschen einen anderen Becher benutzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Tue, 20 Apr 2010 16:13:41 +0200</pubDate>
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    <title>Korea</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;p&gt;Auch wenn dies kerstininTAIWAN.de ist, werde ich euch heute von einer anderen (wenn auch nicht geographischen so doch defacto) Insel erzählen. Im Grunde werde ich das eine Eiland jedoch nur im Lichte meiner Erfahrungen auf dem anderen beschreiben können, womit dieser Bericht hier doch an genau der richtigen Stelle ist. Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, wollte ich meine eine, kostbare Ferienwoche ursprünglich damit verbringen, zusammen mit einem Kommilitonen den &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Yushan_%28mountain%29&quot;&gt;höchsten Berg Taiwans&lt;/a&gt; zu besteigen. Als unsere Wanderpläne kurzfristig ins, äh, Eis, fielen, haben wir uns aufgrund der momentan extrem günstigen Flugsituation spontan für ein anderes Extrem entschieden - und sind am darauf folgenden Tag in die Metropole und Megastadt Seoul geflogen. &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 712px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:53 --&gt;&lt;img height=&quot;440&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/koreapalast2.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Gyeongbokgung, Adelspalast mitten in Seoul&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Unsere Woche in Seoul haben wir ruhig angehen lassen (schließlich mussten wir uns beide nebenbei von einem erschöpfenden Semester erholen), dennoch haben wir so einiges von der Stadt gesehen: alte (oder zumindest wiederaufgebaute) und weitläufige Paläste inmitten hypermoderner Hochhäuser, jahrtausende alte Kunst im Nationalmuseum, das rezente Pendant im Museum der modernen Künste, viele alte und neue Einkaufsstraßen sowie ein sehr schönes Aquarium mit unter anderem riesigen Haien und Rochen (und warum auch immer Goldfischen in Kloschüsseln). Wir sind in gut 4 Stunden auf den Hausberg Seouls &lt;em&gt;Bukhansan &lt;/em&gt;gestiegen, der obwohl er nicht einmal 1000m hoch ist, so einiges an Kraft verzehrt. Zu guter letzt ist er sogar so steil, dass man nur mit Hilfe von Stahlseilen weiter kommt. Davon erholt haben wir uns in einem der berühmten koreanischen Badehäusern – dieses ein siebenstöckiges Exemplar bestückt mit diversen Pools, Saunen sowie einer ansehnlichen (Video-)Spielhalle inklusive Karaokeautomaten. Vor allem aber haben wir einem Hobby gefrönt, das wir mit den Taiwanesen und Koreanern gemeinsam zu haben scheinen: wir haben gegessen. Koreanisches Barbecue mit zigtausend verschiedenen Zutaten, die gemeinsam in Salatblätter gewickelt werden, Fisch mit beeindruckenden Zähnen, Berge an Kimchi (der scharfen koreanischen Version von Sauerkraut), ein edel benanntes Hochzeitsmahl mit unzählbar vielen Gängen, davon einer leckerer als der andere, frischen Aal, viel knackig-rohes Gemüse, wie es mir in Taiwan fehlt, koreanisches Sushi und (ich traue mich fast nicht, es zu schreiben, es war auch nur bedingt freiwillig) Hundesuppe. &lt;br /&gt; So ist es insgesamt vielleicht auch kein Wunder, dass Thomas sich in den letzten Tagen unserer Reise den torkelnden Einheimischen (siehe unten) anschloss und sich am Straßenrand übergab. Allerdings ohne Alkoholeinfluss, stattdessen mit einer handfesten Lebensmittelvergiftung, die nicht nur unserer kulinarischen Entdeckungslust ein verfrühtes Ende setzte.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 711px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:46 --&gt;&lt;img height=&quot;469&quot; width=&quot;711&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Koreabarbecue1.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Koreanisches Barbecue - Portion für zwei&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Stellvertretend für alle Ausflüge möchte ich an dieser Stelle von einem berichten, der mich stark beeindruckt hat: unser Ausflug in die &lt;em&gt;DMZ&lt;/em&gt;, den demilitarisierten Grenzbereich zwischen Nord- und Südkorea. Dieser Streifen, auf beiden Seiten der Grenze je zwei Kilometer breit, ist eine Mischung aus Naturschutzgebiet und Geschichtslehrstätte, aus viel besuchter Touristenattraktion und aktiver Armeebasis (demilitarisiert heißt scheinbar weder soldaten- noch waffenfrei). Wilde Blumen und Stacheldraht, US-Soldaten inmitten kamerabewehrter Besucher. Eine Stimmung, die irgendwo zwischen Volksfest und Trauerfeier schwankt. An einer Stelle kann man einen guten Blick auf ein nordkoreanisches Dorf werfen. Auf der Südkoreanischen Seite steht daher ein Beobachtungsposten: ein Armeeposten zuzüglich einer sehr langen Reihe an Münzferngläsern. Die Hauptarbeit der Soldaten scheint darin zu bestehen, Touristen vom Fotografieren Nordkoreas abzuhalten – oder falls sie es nicht rechtzeitig verhindern konnten, die entsprechenden Bilder mit strenger Miene zu löschen. Touristen kommen aus aller Welt hierher – bis auf aus Südkorea selbst, da Einheimische die DMZ nicht betreten dürfen.&lt;br /&gt;Außer einer gigantischen nordkoreanischen Flagge und einer ebensolchen Statue ist der nordkoreanische Ort unauffällig. Ins Auge sticht eher die Tatsache, dass das Land jenseits der Grenze gelb ist, einer wasserfreien Steppe gleich, was besonders im Vergleich mit der üppigen Vegetation Südkoreas auffällt. Armut zwingt die Bauern im Norden, jedes auch noch so kleine Gewächs zu verheizen.&lt;br /&gt;Besucht haben wir des Weiteren einen von mehreren Tunneln, der von nordkoreanischen Arbeitern in jahrelanger Arbeit aus dem Granit gearbeitet wurde, um Südkorea mit einer Armee überfallen zu können, die scheinbar plötzlich aus dem Nichts kommt. Bisher wurden vier Tunnel entdeckt, übrigens in einem Gebiet ohne Kohlevorkommen komplett mit Kohlestaub bedeckt (&lt;em&gt;sind alles nur Bergbautunnel, wirklich!&lt;/em&gt;). Wie viele unentdeckte Tunnel es gibt, weiß wohl nur Kim Jong-il. &lt;br /&gt; Noch gespenstischer als diesen Tunnel fand ich den Bahnhof &lt;em&gt;Dorasan&lt;/em&gt;. Der letzte Bahnhof im Süden vor der Grenze wurde 2003 komplett neu gebaut. Ein glänzender, hochmoderner Bahnhof, der als Bahnhofsprototyp herhalten könnte, wenn… ja wenn nur Züge dort verkehren würden. Seit einem halben Jahrhundert kommen hier weder Züge an, noch verlassen welche den Bahnhof. Und welche Hoffnung auch immer die südkoreanische Regierung 2003 getrieben hat – noch hat sie sich nicht erfüllt. Der Schalter der &lt;em&gt;Inter-Korean Transit Office&lt;/em&gt; ist jedenfalls schon einmal vorsorglich besetzt.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 712px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:48 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/koreagrenze.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Nahe der Grenze zu Nordkorea&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen von Sehenswürdigkeiten – wie war Seoul? Aufgrund praktisch nicht vorhandener Vorbereitungszeit hatten wir beide nicht viel mehr als eine sehr grobe Vorstellung von unserem Zielort. Ich für meinen Teil hatte ziemlichen Respekt vor diesem Moloch mit über 10 Millionen Einwohnern. Ich habe mir eine ungezähmte, lautgrelle und hypermoderne Stadt vorgestellt, jederzeit bereit, unvorsichtige Besucher zu verschlingen. Die Tatsache, dass der &lt;em&gt;Lonely Planet&lt;/em&gt;, den wir im Flugzeug konsultieren konnten (und nur dort weil ihn Thomas dann im Airportbus liegen lies), &lt;em&gt;Blade Runner&lt;/em&gt; ansprach, half dieser Vorstellung erst Recht auf die Sprünge.Umso mehr hat mich Seoul daher überrascht, in gewisser Hinsicht sogar enttäuscht. &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Seoul ist erstens sehr viel weitläufiger und weniger eng als erwartet. Vor allem im Vergleich zu Taipei fiel mir zunächst eines auf: &lt;strong&gt;Stille&lt;/strong&gt;. Die Straßen waren nicht besonders voll und selbst wenn, scheinen Koreaner in der Öffentlichkeit eher schweigsam. Des Öfteren saßen Thomas und ich mit 50 Einheimischen in der U-Bahn und keiner sprach auch nur ein Wort. Ein wenig unheimlich. Jeder zweite hatte stattdessen ein Mobilgerät und spielte entweder Egoshooter oder schaute – dank Miniantenne – koreanische Seifenopern. Die Stille ließ meinen Gedanken viel Raum, die allgegenwärtigen Anzugträger in &lt;em&gt;graue Herren&lt;/em&gt; zu verwandeln. Dies scheint besonders in Verbindung mit der hohen Geschwindigkeit der Stadt zutreffend (plötzlich liefen Passanten gleich schnell wie ich oder gar noch schneller – eine Unmöglichkeit in Taipei). Leider nur gibt es in Seoul keine Momo und die einzige Schildkröte, die ich gesehen habe, lebte im Aquarium und hatte zwei Köpfe.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 534px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:49 --&gt;&lt;img height=&quot;712&quot; width=&quot;534&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/koreakunstturm.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Frühe (80er) moderne Kunst aus Seoul, Pagode im Museum für moderne Kunst&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Neben leise sind die Südkoreaner auf den ersten Blick vor allem eines: &lt;strong&gt;betrunken&lt;/strong&gt;. Am ersten Abend liefen uns auf unserem Nachhauseweg so viele Betrunkene über den Weg, dass wir uns erst einmal ziemliche Sorgen machten über den Stadtteil, in dem wir gelandet waren. Im Rückblick fiel uns dies wohl erst so richtig im Vergleich mit Taipei auf – in dem es außer vielleicht in den Nachtclubs in der Öffentlichkeit keine Betrunkenen gibt. Und keine Penner. Oder Punks. Oder. All dies gab es in Seoul plötzlich (wieder), was für uns erst einmal ein Schock war. In Seoul kann man sich Verbrechen und Gewalttaten zumindest vorstellen, ein großstädtischer aggressiver Unterton ist zumindest zu erahnen.&lt;br /&gt;Jedenfalls klärte uns einer der beiden unglaublich netten Mitarbeiter unseres familiären Hostels (mit demwir im Übrigen in den folgenden Tagen noch die ein oder andere Dose koreanisches Bier sowiedie eine oder andere Flasche &lt;em&gt;Soju&lt;/em&gt;, dem koreanischen Nationalschnaps, leerten)auf: Alkohol sei ein integraler Bestandteil der koreanischen Kultur. Und die schwankenden Männer im Viertel seien mitnichten verlorene Seelen sondern hart arbeitende Geschäftsmänner. Kein wirkliches Gespräch, keine wirklich wichtige Abmachung unter Geschäftspartnern finde statt, ohne dass die Partner ihre Trinkfestigkeit unter Beweis stellten. Deswegen über er auch immer so fleißig mit seinen Gästen, für später.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 534px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:51 --&gt;&lt;img height=&quot;712&quot; width=&quot;534&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/koreaschnee.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Schnee!&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Neben leise und betrunken sind Südkoreaner auf den ersten Blick noch eines: extrem &lt;strong&gt;gut aussehend&lt;/strong&gt;. Selten habe ich so viele attraktive wie gut angezogene Männer und Frauen auf einen Haufen gesehen. Die Koreaner scheinen noch mehr als die Taiwanesen (eine Steigerung, die ich nicht für möglich gehalten hatte) das Einkaufen zu vergöttern. In Dongdaemun, einem (von sehr vielen) Einkaufsvierteln Seouls stehen da mal eben schnell 30 mehrstöckige Shoppingcenter nebeneinander. Teilweise rund um die Uhr geöffnet. Und dazwischen breitet sich der Straßenmarkt aus. Neben Japan sind die Koreaner die Trendsetter Asiens was Mode, aber auch Musik und Fernsehserien angeht. Fast alles, was mir in Taiwan an Mode gefällt kommt aus Korea. Für Schminkprodukte gilt, habe ich mir sagen lassen, dasselbe. Kann ich mir auch gut vorstellen, da die Lieblingsbeschäftigung in der Seouler U-Bahn neben Fernsehen und Zocken das Schminken zu sein scheint. Dass so viel Wert auf das Äußere gelegt wird, hat allerdings auch seinen Preis. Dünnheit ist ein Muss und man munkelt, Essstörungen seien gang und gäbe. Dunkin Donuts hat in Seoul jedenfalls all seine Produkte mit dicken Kalorienangaben bedruckt. Und selten habe ich so viele Frauen mit Strichbeinen auf einmal gesehen. Laut einer (nach eigenen Angaben konservativen)&lt;a href=&quot;http://news.bbc.co.uk/2/hi/programmes/from_our_own_correspondent/4229995.stm&quot;&gt; Schätzung der BBC&lt;/a&gt; haben die Hälfte (!) der südkoreanischen Frauen zwischen 20 und 30 schon eine oder mehrere Schönheits-OPs hinter sich. Am häufigsten ist das operative Hinzufügen einer Augenlidfalte, um ein doppeltes Augenlid (wie wir Westler es haben) zu erzeugen. Damit wird das Auge größer – und eben westlicher. Diese OP ist auch in Taiwan extrem beliebt, noch vor der ebenfalls beliebten Vergrößerung asiatischer Nasen. Für Taiwan habe ich jedoch keine konkreten Zahlen.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:52 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/koreaseitenstrasse.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Kleine Straße in Seoul. Von wegen nur Hochhäuser... Traditionelle Häuser und kleine Läden sind weit verbreitet&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Seouler in der Öffentlichkeit sind also leise, betrunken und attraktiv. Seltsamerweise fühlte ich mich in dieser Umgebung schnell heimisch. Obwohl ich keine Schilder lesen konnte (das koreanische Alphabet hatte ich erst am Ende der Reise so einigermaßen im Kopf und das alleine hilft auch nur bei wenigen internationalen Begriffen, wie z.B. Cappuccino) und mich leider mit den wenigsten Menschen unterhalten konnte (in Korea sprechen sehr viel weniger Menschen Englisch als in Taiwan), fühlte ich mich an öffentlichen Orten paradoxerweise sehr viel weniger fremd als in Taiwan. Hier in Taipei fühle ich mich zwar wohl und zu Hause, bin mir meiner Fremdheit aber ständig bewusst. Seoul dagegen ist eine saubere und moderne Stadt voll glänzender Eleganz, westlicher Ketten und anonymer Großstädter wie sie einem auch in New York begegnen könnten. Das hat einerseits was angenehmes (keiner starrt einen an, alle benehmen sich ähnlich wie man selbst (Stichwort &lt;em&gt;Habitus&lt;/em&gt;)), andererseits auch etwas abweisend Steriles. Noch bin ich mir nicht sicher, ob mir diese Stadt gefällt. (Ironisch finde ich nebenbei bemerkt, dass weder ich noch einer meiner Mitstudenten trotz regelmäßigem Verzehr von am Straßenrand gekauften Produkten in dem alles andere als sterilem Taipei jemals Vergiftungserscheinungen zeigte.)&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 534px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:50 --&gt;&lt;img height=&quot;712&quot; width=&quot;534&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/koreapalast1.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Alt und neu wechseln sich in Seoul ab.&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Seoul hin oder her – die Menschen in Seoul gefallen mir sehr. Selbstverständlich haben nämlich auch diese mehr als eine Oberfläche. Von dem, was darunter liegt, habe ich nur einen ersten Eindruck bekommen, bin aber gespannt auf mehr. Auch wenn sie anfangs vor allem im Vergleich zu den Menschen in Taiwan sehr kühl und abweisend scheinen, sind sie auf den zweiten Blick unglaublich warmherzig und hilfsbereit. Ein Beispiel, das für viele unerzählte stehen soll: eine junge Mutter, mit der ich praktisch nur in Gesten kommunizieren konnte, nahm für mich, nachdem ich sie nach dem Weg gefragt hatte, einen weiten Umweg auf sich. Den letzten Teil des Wegs legte sie rennend zurück, ließ dabei beinahe ihren Kleinsten zurück, der mit ihr und seinem älteren Bruder nicht mithalten konnte. Hektisch kaufte sie mir zuletzt eine Tramkarte - nur um sicherzustellen, dass ich noch rechtzeitig vor Torschluss ins Kunstmuseum komme. Und das alles mit einem Lächeln.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Seoul erschien mir insgesamt zugleich wilder und geordneter, gröber und raffinierter, kälter und heimischer als Taipei, so ganz fassen kann ich die Stadt noch nicht. Insgesamt hat mir Korea sehr gut gefallen, eines Tages möchte ich auf jeden Fall wiederkehren, um Seoul genauer fassen zu können und vor allem um auch das Land jenseits der Metropole kennen zu lernen.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Kerstin&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:47 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/koreabukhansan.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Blick auf Seoul vom Gipfel des Bukhansan&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was wir von den Koreanern lernen sollten&lt;/strong&gt;: Badehäuser in koreanischen Dimensionen zu koreanischen Preisen - Spielhallen mit Karaokekabinen - Fußbodenheizungen in Hostels wie Restaurants - das auf dem Boden Sitzen in selbigen - Liebe zum Essen - mindestens 5 verschiedene Beilagenteller selbst in günstigsten Fastfoodrestaurants zu servieren – beheizte U-Bahn- und Klositze – herzerwärmende Freundlichkeit gegenüber verwirrten Ausländern&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Am Rande&lt;/strong&gt;: Die Welt ist einfach klein. Eines Abends saß ich im Hostel und habe mit Thomas, dem Texaner, Sam, dem koreanischen Hostelmitarbeiter, sowie einem anderen Gast aus Hongkong Fußball geschaut, Manchester gegen Liverpool. Nach einigen Dosen koreanischen Biers, gegen später, weil man das in Korea so macht, gemischt mit dem koreanischen Nationalgetränk Soju, kamen wir auf die Weltmeisterschaft 2006 zu sprechen. Und haben festgestellt, dass nicht nur ich sondern sowohl Thomas als auch Sam, obwohl sie sonst wenig mit Deutschland am Hut haben, die WM in Freiburg erlebt haben. In FREIBURG, ausgerechnet. Der Hongkonger war immerhin schon einmal dort gewesen.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 712px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:54 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/koreahostel.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Im Hostel. Oben Mitte Thomas, oben rechts einer der beiden sehr warmherzigen Hostelmitarbeiter. Die anderen Gäste kommen aus Hongkong und Taiwan... Zufällig haben wir uns ein Hostel ausgesucht, dessen Besucher zu 85% Taiwanesen sind &lt;img src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/templates/default/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; style=&quot;display: inline; vertical-align: bottom;&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Ansonsten noch nachträglich FROHE OSTERN an alle!&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 11 Apr 2010 11:51:59 +0200</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Halbzeit mit Oma Ursel</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 300px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:45 --&gt;&lt;img height=&quot;400&quot; width=&quot;300&quot; class=&quot;serendipity_image_left&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/taiwan_iloveyou.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Blick auf das 101 - Wo ai taiwan &lt;img src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/templates/default/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; style=&quot;display: inline; vertical-align: bottom;&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Es ist Halbzeit. Vor knapp sechs Monaten bin ich in einer unüberschaubar großen, chaotischen und vor allem fremden Stadt angekommen. Inzwischen ist mein Taipei nicht nur geschrumpft und zumindest etwas geordnet, sondern zu einer Heimat geworden. Ich fühle mich wohl in dieser Stadt, in diesem Land. Taipei ist eine bunte und lebendige Stadt, ständig in Bewegung, gleichzeitig fühle ich mich hier so sicher als wäre ich in einer süddeutschen Kleinstadt. Vielleicht sogar sicherer. Außer aufgrund wild kurvender Taxis oder Mopeds auf der Straße kenne ich kein Gefühl der Mulmigkeit, fühle mich zu jeder Tages- und Nachtzeit gut aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Wenn ich einen Taiwanesen frage, was an Taiwan und vor allem Taipei besonders toll sei, bekomme ich gut wie immer als eine der ersten Antworten, Taiwan sei so &lt;em&gt;fangbian&lt;/em&gt;, so praktisch. Vor einem halben Jahr fand ich das eine ziemlich unromantische Beschreibung. Es klang für mich ein bisschen danach, als würde meinen Gesprächspartnern kein so richtig positives Adjektiv einfallen. Inzwischen ahne ich jedoch die wahre Relevanz von fangbian. An jeder Ecke drängen sich kleine Restaurants und Stände, die Köstlichkeiten aller Art verkaufen. Ich brauche nur aus meiner Haustür stolpern und habe sofort eine breite und günstige Auswahl an frisch zubereiteten Köstlichkeiten. An jeder Ecke steht ein 7-11, eine moderne Art Tante-Emma-Laden mit erweitertem Tankstellenshop-Sortiment. Diese Läden sind 24 Stunden lang geöffnet und häufig in Sichtweite voneinander.  &lt;br /&gt;
Nicht nur 7-11-Läden sind jedoch rund um die Uhr offen, sondern auch manche Supermärkte, wie zum Beispiel der direkt unten neben meinem Hauseingang. Außerdem verschiedene Restaurants, in der ganzen Stadt verteilt – bei weitem nicht nur MacDo und co. Die Kneipe gegenüber von meinem Haus, in der man auch kickern oder lecker Nachos essen kann. Selbst der größte Buchladen der Stadt, der auf sieben labyrinthenen Etagen zum stundenlangen Schmökern einlädt (auch auf Englisch oder sogar Deutsch), schließt seine Türen nie.&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Will ich der Schlaflosigkeit und Betonhaltigkeit der Stadt für eine Weile entfliehen, setzte ich mich in die U-Bahn oder einen Stadtbus und fahre in weniger als einer Stunde an den Meereshafen in &lt;em&gt;Danshui&lt;/em&gt;, in die Berge des &lt;em&gt;Yangmingshans&lt;/em&gt;-Nationalparks oder zu den heißen Quellen und türkisfarbenen Bergflüssen in &lt;em&gt;Wulai&lt;/em&gt;. Will ich noch weiter weg, gehe ich zu einer der vielen Fernbusfirmen und steige in den nächsten Fernbus. Diese Busse mit Fernsehsesselsitzgröße fahren für wenig Geld alle größeren oder auch kleineren Städte Taiwans im 10 bis 30 Minuten Takt an. &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Insgesamt alles besonders schön für so Menschen wie mich, die nicht so gerne ewig lange im Voraus planen.&lt;br /&gt;
Neben Bequemlichkeit zeichnet sich Taiwan für mich aber auch durch eine Sache aus, die ich nur immer wieder betonen kann: Die Taiwanesen. Wer den Laternenfestbericht gelesen hat, weiß, wie geduldig sie sind (wenn sie nicht gerade ein motorisiertes Gefährt unter dem Hintern haben). Viele Menschen hier strahlen fröhliche Ruhe aus, neben geduldig sind sie hilfsbereit und freundlich und häufig entwaffnend ehrlich. Sehen Taiwanesen einen Ausländer wie mich, sind sie meist besonders hilfsbereit. Manchmal werde ich dafür zwar nicht ganz für voll genommen, aber selbst das kann bisweilen entspannend sein.&lt;br /&gt;
So viel zu meiner Liebeserklärung :)&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Pünktlich zur Halbzeit hat mir Taipei im Übrigen noch das herbeigezaubert, was mir bisher zu meinem Glück hier fehlte: auf meinem Nachhauseweg von der Uni hat ein neues Geschäft aufgemacht: &lt;em&gt;Oma Ursels deutsche Bäckerei&lt;/em&gt;. Mit echtem Brot. Brötchen. Brezeln. Laugenwecken (!). Berlinern. Apfelstrudel. Das war ein Gelage, sage ich euch!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;A propos bequem und nicht so gerne planen: Diese Woche hatte ich meine Abschlusspräsentation für dieses Quartal. Meine eine Woche Semesterferien wollte ich eigentlich mit Bergsteigen und Wandern verbringen. Leider habe ich am Donnerstag aber erfahren, dass der Nationalpark, in den wir wollten, aufgrund von Schneefall bis auf weiteres komplett abgesperrt ist. Nach erstem Frust haben wir uns gestern jedoch schnell umorientiert… und so fliege ich NACHHER mit einem Kommilitonen für den Preis einer Bahnfahrt von Freiburg nach Hamburg für eine Woche nach KOREA. Ich brauche wohl kaum erwähnen, dass ich unglaublich aufgeregt bin? Und werde natürlich berichten!&lt;br /&gt;
Da ich gleich zum Flughafen muss, breche ich an dieser Stelle ab und schicke liebe Grüße nach Deutschland und in die Welt!&lt;/p&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 20 Mar 2010 06:28:54 +0100</pubDate>
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<item>
    <title>Ich geh mit meiner Laterne</title>
    <link>http://kerstinintaiwan.de/index.php?/archives/22-Ich-geh-mit-meiner-Laterne.html</link>
    
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 300px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:41 --&gt;&lt;img height=&quot;399&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Essen_fotographieren_klein.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_left&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Lieblingsbeschäftigung neben dem Essen: Essen fotographieren&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;Zwei Wochen lang hatte ich Besuch von Sabine und Christof. Da ich leider keine Ferien hatte, konnte ich die beiden nur an den Abenden und an den beiden Wochenenden begleiten. Abends, das hieß vor allem Essengehen und Nachtmärkte bewandern. Und gegessen haben wir, natürlich, es ist ja schließlich Taiwan, viel und vielfältig. Wochenende, das hieß neben vielen Stunden im Reisebus auch rocken auf einem Kellerkonzert, entspannen auf Hängematten am hellen Sandstrand, Schwimmen im Meer und Paddeln auf türkisem Bergsee – und Laternen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Abschluss des chinesischen Neujahrs bildet am 15.01. (nach dem Mondkalender) das Laternenfest. Der Tag wird je nach Ort mit verschiedensten Aktivitäten begangen, deren einzig gemeinsamer Faktor Laternen – oder in Ermangelung solcher wenigstens Feuerwerk sind. In Taiwan sind zwei Orte für ganz besondere Feierlichkeiten anlässlich des Laternenfests berühmt: Yanshui und Pinxi. Letzteres aufgrund sehr traditioneller Feierlichkeiten, ersteres aufgrund sehr… spektakulärer Feierlichkeiten. In Yanshui werden nämlich in Erinnerung an das erfolgreiche Besiegen einer Cholera Epidemie im vorletzten Jahrhundert riesige Mengen an Feuerwerk und Böllern abgeschossen. Soweit noch nicht spektakulär – allerdings werden die Böller nicht in den Himmel, sondern in die (über 100 000 Menschen zählende) Menschenmasse geschossen. Obwohl so gut wie alle Besucher vorsorglich mit Motorradhelmen, Lederjacken über mehreren Lagen feuerfester Kleidung, Handschuhen und zum Teil sogar Schutzschilden ausgestattet sind, sind wohl jedes Jahr ein paar verlorene Augen, Ohren oder Gliedmaßen zu beklagen. Und jedes Jahr werden es mehr Teilnehmer. Die spinnen, die… &lt;br /&gt;Da Sabine eh schon gesundheitlich angeschlagen war und wir ja außerdem so langsam zur vernünftigen Generation gehören (sollten), haben wir uns für die ruhige und traditionelle Variante des Laternenfests im kleinen Ort Pingxi im Norden Taiwans entschieden. Dort werden tausende riesiger Papierlaternen nach dem Heißluftballonprinzip in den Nachthimmel entlassen. Auf jeder den Göttern entgegen schwebenden Laterne steht ein Wunsch für das neue Jahr – oder auch gleich mehrere. Ein Himmel voll glühender Wünsche, eine künstliche Milchstraße menschlicher Hoffnungen: ein Ereignis, das zum Träumen anregt. Allerdings hatten in diesem Jahr nicht nur wir Lust auf Träumen, sondern noch 250 000 anderen Menschen, darunter auch der taiwanesische Präsident Ma Ying-Jeou höchstpersönlich. Ruhig war es also nicht. Und so ganz entspannt auch nicht. Stehen auf einer Laterne zu viele Wünsche, oder ist der Wunsch unverhältnismäßig, wird die Laterne von der göttlichen Schwerkraft zurück zur Erde geholt. In Pingxi schienen in diesem Jahr viele Leute nicht zu wissen, was ihnen zusteht. Und so malerisch eine Laterne am Himmel ist, ein mannshoher Papierballon mit Feuerantrieb ist in einer extrem dichten Menschenmenge weniger willkommen. Manche Teilnehmer versuchten zudem, ihren Wünschen bei den Göttern mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, indem sie Feuerwerkskörper an ihre Laternen hefteten und diese mitten in der Menge zündeten. Um das Ganze noch ein bisschen abwechslungsreicher zu machen, führt auch noch die Zuglinie nach Pingxi mitten durch das Hauptveranstaltungssträßchen. Ca. alle halbe Stunde wurde die Menge daher noch gedrängter, während Besucher versuchten, rechtzeitig von den Gleisen herunterzukommen. So richtig langsam fuhren die Züge nämlich nicht. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 712px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:42 --&gt;&lt;img height=&quot;439&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/pingxi.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Laternenfest in Pingxi&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem oder auch gerade deswegen war das Laternenfest wirklich sehenswert. Besonders beeindruckt haben mich neben dem erleuchteten Nachthimmel die Taiwanesen selbst. Trotz der Menschenmassen blieben alle freundlich und fröhlich. Und auch das mehrstündige Anstehen am späten Sonntagabend, um einen der Busse oder Züge zurück nach Taipei zu erwischen, wurde nicht nur gleichmütig akzeptiert, sondern die Stimmung blieb durchweg gut.&lt;br /&gt;Selbstverständlich haben auch wir eine Laterne gezündet. Es wundert mich allerdings ein bisschen, dass sie es tatsächlich in den Nachthimmel geschafft hat, war sie doch ziemlich schwer beladen mit allerlei Wünschen von Weltfrieden bis Weltmeisterschaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter der Woche haben wir dann abends noch eine Laternenausstellung anderer Art in Taipei angeschaut. Hunderte riesiger Laternen, aus bunten Stoffplanen zusammengenäht, strahlten um die Wette. Von allerlei Tigervarianten (wir haben ja schließlich das Jahr des Tigers) bis Spongebob Squarepants in Übergröße war alles dabei. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:43 --&gt;&lt;img height=&quot;484&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/laternenfest_taipei.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Laternenfest in Taipei&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Dass man im Übrigen aufpassen sollte, was man sich wünscht, hat eine meiner Mitstudentinnen im letzten Jahr erfahren müssen. Zusammen mit einigen ihrer Kollegen hatte sie sich gewünscht, dass auch endlich mal ein Taifun in den Süden Taiwans kommen solle. Schließlich solle nicht immer nur der Norden Taifun-frei bekommen. Der letztjährige Taifun Morakot war allerdings dann doch etwas viel…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun bin ich wieder allein hier in Taipei, und meine beiden Besucher müssen sich wieder an deutsche Temperaturen gewöhnen. Viele Grüße an dieser Stelle – es war schön mit euch!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kerstin &lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;strong&gt;Am Rande 1&lt;/strong&gt;: A propos geduldiges Schlangestehen. Drüben auf dem Festland sieht das ganz anders aus. Schlangestehen gehört definitiv nicht zu den chinesischen Tugenden. Mitstudenten, die vor den olympischen Spielen in Peking studiert haben, haben mir allerdings von sehr langen, gesitteten Schlangen überall in der Stadt erzählt. Die allerdings nirgends hinführten. Was zunächst mysteriös erscheint, entpuppt sich schnell als besondere Maßnahme der chinesischen Regierung. Einmal im Monat wurde an öffentlichen Orten das Schlangestehen geübt. Teilnehmern wie Zuschauern sollte damit im Vorfeld der Spiele zivilisiertes Benehmen beigebracht werden. Inwiefern das Konzept Erfolg hatte, kann ich leider nicht berichten.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Am Rande 2, ausnahmsweise: &lt;/strong&gt;Taiwan hält einen traurigen Rekord: es ist momentan das Land mit der &lt;a title=&quot;Geburtenrate Taiwan&quot; href=&quot;http://www.chinapost.com.tw/health/pregnancy-&amp;amp;-menopause/2009/09/20/225411/Taiwan-fertility.htm&quot;&gt;weltweit niedrigsten Geburtenrate&lt;/a&gt;. Vielleicht sollte sich das Land von seinen Nachbarn inspirieren lassen? Das südkoreanische Gesundheitsministerium beispielsweise hat eine geniale &lt;a title=&quot;BBC News&quot; href=&quot;http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/8469532.stm&quot;&gt;Maßnahme &lt;/a&gt;ins Leben gerufen, um der ebenfalls extrem niedrigen Geburtenrate im Lande entgegenzusteuern: Einmal im Monat werden Mittwoch Abend um 19.00 alle Lichter im Ministerium ausgeschaltet, um Angestellte dazu zu bringen, früh (schon um sieben…) nach Hause zu gehen und sich fortzupflanzen. Kein Witz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 712px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:35 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_left&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Kenting_strand.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ein Neidfoto zum Abschluss: Strand in Kenting, im Süden Taiwans&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Fri, 12 Mar 2010 15:13:29 +0100</pubDate>
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    <title>Der Krebs spielt Mahjong</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;p&gt;Während ich das hier schreibe, sitze ich in meinem kleinen Zimmer in den Subtropen und trage unter anderem zwei Paar Wollsocken, einen Schal, zwei Pullover, eine wattierte Jacke und eine Steppdecke. Pünktlich zum Ferienbeginn vor einer Woche sind die Temperaturen hier auf Dezemberniveau zurück gefallen und Petrus hat alles, was er an Wolken und Wasser aufbieten kann, gerecht über der ganzen Insel verteilt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem habe ich eine sehr schöne, erholsame und vor allem abwechslungsreiche Woche verbracht. Nach einer ausgedehnten &lt;em&gt;Geburtstags- &lt;/em&gt;und&lt;em&gt; Juchuh-wir-haben-endlich-frei-&lt;/em&gt;Party mit vielen Mitlernern bzw. Mitleidenden am Freitag Abend bin ich Samstag früh mit dem Fernbus in den Süden Taiwans gefahren um dort das Neujahrsfest mit meiner Gastfamilie zu feiern. Wie auch bei uns werden die Feiertage in Taiwan vor allem mit Essen, Geschenken und Fernsehen verbracht – und mit Zocken. Zocken? Neben den allgegenwärtigen Computerspielen werden hier zum Neujahrsfest (und in den meisten Familien ausschließlich zu dieser Zeit) die Mahjongspielsteine herausgeholt – und die Geschenke gleich dazu. An Geschenken wechseln hier zum Neujahr nämlich weder Socken noch Krawatten den Besitzer, sondern ausschließlich &lt;em&gt;rote Umschläge&lt;/em&gt;. Diese enthalten Geldscheine, die beim Mahjongspielen sehr nützlich sind, denn gespielt wird um Geld – und mit Pfennigbeträgen fängt man selbsverständlich gar nicht erst an. Wer im Übrigen wem wann einen solchen roten Umschlag zu schenken hat und welche Anzahl an Scheinen darin enthalten sein darf oder muss (Zahlen können schließlich sehr viel Glück oder eben auch Pech mit sich bringen) ist ein Forschungsgebiet für sich. Selbst wenn ich das System völlig durchschaut hätte, würde das Erläutern desselben den Rahmen dieses Blogs wohl sprengen. Statt langer Erklärungen lieber eine kurze…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Momentaufnahme&lt;/strong&gt;: Nach einem ausgedehnten und reichhaltigen chinesischen Fondue (Hotpot) sitzt die Familie am „Sylvester“abend gemeinsam im Wohnzimmer der Großeltern, das vor allem von jahrzehntelanger Sammelbegeisterung geprägt ist. Eine ganze Seite des engen Raums wird vom Familienaltar eingenommen, der an diesem Abend vor lauter Opfergaben noch bunter ist als sonst. Der Geruch von Essen und Weihrauch dringt in jeden Winkel. Auf dem großen Flachbildfernseher tanzt und singt Lady Gaga, halbnackt. Oma, Mutter und zwei der Enkel spielen Mahjong, so einiges an Geld wechselt zum zweiten Mal an diesem Abend den Besitzer. Die Schreie der Spieler werden zunehmend spitzer. Ein anderer Enkel spielt am Computer neben dem Fernseher Counterstrike, laute Schüsse, Stöhnen und Seufzer weben sich in den Klangteppich ein. Der kleinste, 16-Monate alte, Enkel wankt in einem T-Shirt mit der Aufschrift Baby Doll durch den Raum, er übt mit vor Begeisterung offenem Mund seinen Hüftschwung. Seine Eltern haben ihm ein Handy um den Körper gebunden, das sein momentanes Lieblingslied (ihr ahnt es schon…) &lt;a title=&quot;Sorry sorry sorry&quot; href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=x6QA3m58DQw&quot;&gt;&lt;em&gt;Sorry Sorry Sorry&lt;/em&gt;&lt;/a&gt; in Endlosschleife spielt. Der Rest der Familie sitzt auf Sesseln und dem Boden und versucht, in ihren Gesprächen alles andere zu übertönen.&lt;br /&gt;DAS also ist die wahre Bedeutung von &lt;em&gt;renao&lt;/em&gt;.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 712px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:34 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Neujahr.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Zocken am letzten Abend des alten Jahres...&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;So sehr ich das Neujahrsfest im Kreise meiner Gastfamilie genossen habe – und &lt;em&gt;renao &lt;/em&gt;beinhaltet die Konnotation&lt;em&gt; fröhlich und herzerwärmend &lt;/em&gt;– so froh war ich dann auch, am Montag Mittag wieder aufzubrechen. Auf der Suche nach ein paar Tagen absolutem Kontrastprogramm zu Taipeis Hektik und Lärm war ich ganz im Südosten Taiwans&amp;#160; fündig geworden. Dort fand mitten in der Wildnis eine Art Hippie-Zeltlager im Kleinen statt. Ich hatte einige der Organisatoren zufällig in Taipei kennen gelernt und beschlossen, dass ihr Kreis genau das Richtige war, um meine wenigen freien Tage zu füllen. Zelten im Grünen, nette Leute, das Meer, die Sonne… was kann man sich sonst noch wünschen? Mit letzterer hat es zwar leider nicht so recht geklappt: die Sonne schien im sonst so sonnigen Süden bis zu dem Tag, an dem ich ankam - und ab dem Tag, an dem ich wieder in Taipei war. Der Rest meiner Rechnung ist allerdings aufgegangen. Schwimmen im Pazifik (wenn auch aufgrund stürmischen Wellengangs jeweils mit drei Aufpassern und potentiellen Lebensrettern am Ufer), sehr nette und spannende Menschen (ohne &lt;em&gt;wenn auch&lt;/em&gt;) und sogar mehr Wildnis, als ich erwartet hatte. Wir haben inmitten von Bäumen und Gebüsch gezeltet, das von keinen menschlichen, sondern nur von Pfaden halbwilder Wasserbüffel durchzogen war. Mit Macheten und Äxten haben wir uns kleine, von Menschen begehbare Pfade in das dornenbewehrte Gestrüpp geschlagen und unsere Zelte auf einer von Bäumen beschützten und von weichen Kiefernnadeln bedeckten Lichtung unweit vom Meer aufgeschlagen. Taipei war dort unglaublich fern.&lt;br /&gt;Die Entfernung von Lärm und Zivilisation hat so einiges an Anreise- und Findemühseligkeit mit sich gebracht, war es aber mehr als wert. Für die geradezu lächerliche Entfernung von 169 km vom Haus meiner Gastfamilie bis zu unserer Lichtung habe ich über 8 Stunden gebraucht. Mit dem Auto, mit diversen Bussen und Taxis und zuletzt bei Nacht zu Fuß durch besagtes Gestrüpp. Auf dem Weg und auf der Suche habe ich sehr viele hilfsbereite Menschen kennen gelernt, zu guter letzt beispielsweise einen sehr galanten Kanadier, der seine ebenfalls zeltenden Freunde lange alleine gelassen hat um sicherzustellen, dass ich auf dem langen Weg durchs dunkle Gestrüpp nicht von einem Wasserbüffel gefressen werde. &lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 712px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:33 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Jiupeng.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Musik für die Wasserbüffel&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Momentaufnahme&lt;/strong&gt;: Es regnet. Wir sind jedoch vorbereitet und haben eine riesige Plane zwischen ein paar Bäumen aufgespannt. Zu schicksalhaften neun – der nächstgelegene Ort heißt &lt;em&gt;Jiupeng&lt;/em&gt;, was so klingt wie &lt;em&gt;neun Freunde &lt;/em&gt;auf Chinesisch und fast so geschrieben wird – sitzen wir unter unserer Plane um ein kleines Feuer herum. Unsere Bäuche sind warm von über dem offenen Feuer gekochten Gemüseeintopf und süßem Chrysanthementee. Es wird gegen den Regen angetrommelt, geflötet, Gitarre gespielt und gesungen. Zwischendurch ist Raum für mehr als ein anregendes Gespräch. An diesem Abend haben neun sehr verschiedene Freunde den Weg ins Wasserbüffelland gefunden. Im Alter zwischen Anfang 20 und Anfang 50, kommen sie aus Taiwan, Polen, England, Amerika, einer ist gar auf einem Segelboot aufgewachsen. In der Stadt sind sie Englischlehrer oder Berufshippies, einer ist Tänzer, dem modernen Tanz verschrieben, einer Journalist, einer Soziologie-Doktorand, einer ist Musiker und Kinderliedautor, ein anderer Hochschuldozent und Betelnussspezialist. Hier ist das alles jedoch nicht so wichtig, hier zählt der Rhythmus, den man trommeln kann, die Geschichten, die man erzählen kann. Plötzlich schreit einer, es ist der Tänzer, er springt auf, zieht sich die Hose aus und tanzt in Unterhose um das Feuer. Er schreit irgendetwas von riesigen Insekten, von Kakerlaken. Einer nach dem anderen beginnt zu lachen – der arme Junge, der Jüngste im Kreis, hat wohl zu viel getrunken? Verzweifelt schüttelt der Tänzer seine weite Sporthose. Der Übeltäter kommt nur widerwillig zum Vorschein: es ist nicht der Alkohol, sondern ein handgroßer Krebs der sich vom nahe gelegenen Strand an unser wärmendes Feuer verirrt hat – nicht alleine, wie sich im Laufe des langen Abends herausstellen wird. Die Musik nimmt wieder ihren Lauf. &lt;em&gt;Ja der &lt;a title=&quot;Der Krebs&quot; href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=wjBOxJwZz1o&quot;&gt;Krebs &lt;/a&gt;will heute tanzen, durch den Sand und durch die Nacht… &lt;img src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/templates/default/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; style=&quot;display: inline; vertical-align: bottom;&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während im Süden also seit Samstag wieder die Sonne scheint, bin ich seit Freitagabend wieder in der großen Stadt und habe das Wochenende eher unmusikalisch im kalten Regen Taipeis mit dem Abtragen von Hausaufgabenbergen zugebracht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Grüße und noch einmal ein erfolgreiches Jahr des Tigers an euch alle!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kerstin&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;PS Am Donnerstag bekomme ich wieder Besuch aus Deutschland (Juchuh!) - höchstwahrscheinlich wird also eine Weile Funkstille herrschen.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;strong&gt;Am Rande&lt;/strong&gt;: Die schon einmal erwähnte Tageszeitung &lt;em&gt;Taipei Times&lt;/em&gt; hat augenscheinlich eine Vorliebe für Fotos südkoreanischer Soldaten beim Training. Mal springen sie in der Gruppe händchenhaltend ins eisige Meer, mal tanzen sie auf dem Schlachtschiff zu &lt;em&gt;sorry sorry sorry&lt;/em&gt; (kein Witz!). Immer aber sehen sie dabei sehr gut aus - und immer haben die Bilder absolut nichts mit den sie umgebenden Artikeln zu tun...&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Tue, 23 Feb 2010 16:43:07 +0100</pubDate>
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    <title>Der rote Advent</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;p&gt;&amp;#160;Eine Woche voller Prüfungen geht zu Ende und ich bin fix und fertig – und glücklich, weil ich nun eine ganze Woche frei bekomme. Am morgigen Samstag ist nämlich der letzte Tag des chinesischen Mondjahres, am Sonntag beginnt das Jahr des Tigers. Da das chinesische Neujahr in seiner gesellschaftlichen Bedeutung ungefähr unserem Weihnachtsfest entspricht, muss in der nächsten Woche niemand arbeiten - oder lernen. Soweit es nur irgend geht, fährt jeder Taiwanese (oder auch Chinese) in dieser Zeit zu seiner Familie. Man sagt, Taipei verliere in dieser Woche über die Hälfte seiner Einwohner, so gut wie alle Läden haben geschlossen. Diese Geisterstadt werde ich allerdings nicht erleben, da ich morgen früh mit 1,5 Millionen anderen nomadierenden Hauptstädtern gemeinsam per Bus Richtung Süden aufbrechen werde. Ich werde die Feiertage wie es sich gehört mit meiner (Gast)familie in Tainan bzw. zum Teil mit den (Gast)großeltern in Pingdong verbringen. Selbstverständlich werde ich berichten! Und: Ich freue mich schon auf den Stau.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kommende Neujahr kündigt sich schon seit Wochen unübersehbar an. Es ist ein bisschen wie Adventszeit – und doch wieder ganz anders. Einige Läden haben Lichterketten aufgehängt, die ganze Stadt ist von einem roten Teppich Glück ausdünstender Dekoration überzogen. An allen Ecken prangen Fische, Drachen, Tiger und verschiedenste Schriftzeichen, die das Glück in all seinen Variationen herbeirufen. In den Restaurants gibt es besonderes Essen, an den Straßenständen besonderes Gebäck und in den Supermärkten stapeln sich die überdimensionalen Geschenkkartons voll besonderer Leckereien. Vorfreude liegt in der Luft. Die Menschen sind ausgelassener, noch freundlicher als sonst.&lt;br /&gt;Und doch ist es ganz anders als die Vorweihnachtszeit... &lt;em&gt;Besinnlichkeit &lt;/em&gt;ist kein sehr chinesisches Konzept. &lt;a title=&quot;Chinaboard Lexikon&quot; href=&quot;http://www.chinaboard.de/chinesisch_deutsch.php&quot;&gt;Mein bevorzugtes Online-Lexikon&lt;/a&gt;, das nach eigenen Angaben inzwischen „145096 chinesische Einträge“ enthält, kennt nicht einmal eine Übersetzung für diesen Begriff. Feiertage haben hier &lt;em&gt;renao &lt;/em&gt;zu sein, was so viel heißt wie laut und lebendig.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 676px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:31 --&gt;&lt;img height=&quot;446&quot; width=&quot;676&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Dihua_street1u2_klein.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Neujahrsmarkt in der Dihua-Straße, Taipei&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Dementsprechend verhält sich auch die chinesische Version eines Weihnachtsmarktes. Nach Abschluss meiner letzten Prüfungen am Donnerstag bin ich mit einem ganzen Haufen Kommilitonen zu einer der ältesten Straßen Taipeis gefahren. In dieser werden traditionelle chinesische Medizin sowie verschiedenste Leckereien verkauft. Auch zu normalen Zeiten schon ziemlich belebt, wird die &lt;em&gt;Dihua &lt;/em&gt;Straße in den Wochen vor dem chinesischen Neujahr zu einem Getümmel, das jeden Weihnachtsmarkt übertrifft. Zusätzlich zu den schon vorhandenen Läden drängt sich nun Stand an Stand. Marktschreier mit Megafonen in der Hand erheben sich aus dem Menschenmeer empor, indem sie mitten in der engen Gasse Leitern aufstellen. Verkaufsassistenten in Kostümen aller Art versuchen Passanten mit schmeichelnden Worten oder auch handfesten Gesten zu bestimmten Ständen zu treiben, strandgutgleich bleibt einem nichts anderes, als sich von der Menge mitspülen zu lassen. Links getrocknete Tintenfische, rechts gigantische Säcke voll Haselnuss und Mandelkern, ein Stückchen weiter links taiwanesischer Oolong Tee, rechts riesige Bottiche mit &lt;em&gt;echt deutschen Gummi-Süßigkeiten&lt;/em&gt;.&amp;#160; Alles was an Ess- oder Trinkbarem angeboten wird, kann man vor dem Kauf auch probieren, ein unablässiger Reizfluss also nicht nur für Augen und Ohren, sondern auch für die Zunge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Jahr des Tigers also. Die 12 chinesischen Tierkreiszeichen haben hier immer noch eine relativ große Bedeutung. Nicht nur in privaten Liebesangelegenheiten, auch bei der Besetzung wichtiger Stellen werden die Tierkreiszeichen mit berücksichtigt. Anscheinend korreliert selbst die Geburtenrate Taiwans mit den 12 Patenwesen. So steigt die extrem niedrige Geburtenrate Formosas zur Freude hiesiger Politiker wenigstens in den Jahren, die Glück verheißenden Tieren zugeordnet sind. Wer möchte schließlich nicht einen starken kleinen Drachen oder ein glückliches kleines Schwein als Kind haben? In diesem Jahr allerdings dürfte diese Rate, zumindest wenn meine Lehrerin Recht behalten sollte, noch tiefer als sonst sinken. Tiger gelten zwar als starke, aber auch sehr eigensinnige Wesen. Ein Tiger zu sein, bringt viele Unannehmlichkeiten mit sich. Weil der Geist des Tigers so stark ist, dass er schwache Wesen verletzen kann, ist er bei Anfängen aller Art ungern gesehen. Tiger dürfen an Hochzeiten wenn überhaupt nur am Rande teilnehmen. In die Nähe des Brautpaars oder gar in deren Zimmer dürfen sie auf keinen Fall. Am (Wochen-)bett frisch gebackener Mütter haben sie ebenfalls nichts zu suchen. Bevor man sich also so einen kleinen Tiger ins Haus holt, wartet man doch lieber noch ein paar Monate mit dem Kinderkriegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Jahr beginnt jedenfalls trotz Tiger schon einmal unter guten Vorzeichen, bzw. mit gutem Karma. Letzten Sonntagnachmittag war ich in einem Park in meinem Viertel um mit allerlei mir anfangs fremder Menschen, zum größten Teil wohl als Hippies zu bezeichnen, gemeinsam zu essen, zu reden, zu singen. Nach einem Nachmittag voll anregender Gespräche mit Menschen aller Nationen, Altersgruppen und Lebensläufe hat mich einer meiner neuen Bekannten gleich zu einem Meditationskurs mitgenommen, an dem er Sonntagabends regelmäßig teilnimmt. Bevor es mit der Meditation losging, haben alle Teilnehmer gemeinsam Tee getrunken. Weil alles andere sehr unhöflich gewesen wäre, habe ich mit der jungen taiwanesischen Frau, die neben mir auf dem Boden saß, ein Gespräch angefangen. Kurz darauf haben wir die meditative Atmosphäre zerrissen, mit Schreien, wie sie wohl nur Mädchen hervorbringen können. Der Grund? Spring, wie sie auf Englisch heißt, hat mehrere Jahre in London mit der Tochter guter Freunde meiner Eltern in einer WG zusammen gewohnt. Weil diese Tochter sehr nett ist, hatte sie, als ich einsam nach Taipei kam, den Kontakt zwischen Spring und mir hergestellt. Seit Monaten hatten wir uns immer mal wieder geschrieben, uns gegenseitig zu unseren Partys eingeladen, aber wie das nun mal gerne so ist, hatte das mit einem Treffen nie geklappt. Bis wir an diesem Sonntagabend unter den nicht ganz 3 Millionen Einwohnern Taipeis unerwartet zueinander fanden. Nicht nur unsere, sondern auch die Freude aller Umsitzenden war groß, gemeinsam stießen wir mit Pu-Erh-Tee auf unsere gute Karma-Verbindung an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein frohes Neues bzw. xinnian kuaile und ebenfalls gutes Karma euch allen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kerstin&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 700px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:32 --&gt;&lt;img height=&quot;449&quot; width=&quot;700&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Dihua_street3u4_klein.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Sowohl ich als auch der Mahjong-Spielstein im Tigerlook wünschen euch ein gutes neues (chinesisches) Jahr! &lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Am Rande&lt;/em&gt;: Wo wir heute beim Thema Rot sind: alle in den 80ern Geborenen gehören hier der Erdbeergeneration an. Das hat nichts mit Tier- oder etwaigen Obstkreiszeichen zu tun, die Erdbeere gehört in die Reihe Golf, X und Praktikum. Weder aufgrund unseres ansprechenden Äußeren noch unseres süßen Inneren werden wir jedoch so genannt… Erdbeeren kommen bekannterweise häufig aus geschützten Gewächshäusern und dellen schon beim kleinsten Druck ein. Hmpf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 12 Feb 2010 22:40:02 +0100</pubDate>
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    <title>Bieridentitäten</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Zum ersten Mal seit einigen Jahren bin ich plötzlich wieder &lt;em&gt;die Deutsche&lt;/em&gt;. Meine Freunde hier sind größtenteils Amerikaner, dazu ein paar Taiwanesen und ein, zwei Europäer. Was ich anziehe, was ich esse, was ich sage, was ich tue – alles wird zu einer Repräsentation &lt;em&gt;der Deutschen&lt;/em&gt;. Deutsche ziehen sich eleganter an als Amerikaner und bodenständiger als Taiwanesen. Deutsche essen gesünder sowohl als Amerikaner als auch Taiwanesen. Deutsche sind pünktlich, zuverlässig und fleißig. Deutsche mögen Ironie. Deutsche trinken gerne Bier. Deutsche sind höflicher und zurückhaltender als Amerikaner und direkter und offener als Asiaten: ich bin ein wandelndes Stereotyp. &lt;br /&gt;Manchmal ist es anstrengend, für 80 Millionen andere zu stehen, welch eine Verantwortung. Es kann allerdings auch befreiend sein, wenn persönliche Eigenheiten plötzlich der nationalen Identität zugeschrieben werden. Dadurch wird vieles ungefragt akzeptiert: &lt;em&gt;naja, so sind sie halt, die Deutschen&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:29 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Danshui-River_nachts.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Abends am Danshui Fluss&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Es ist allerdings keineswegs nur so, dass andere mich durch eine schwarz-rot-gold gefärbte Brille hindurch betrachten. Vielmehr bemerke ich an mir selbst Tendenzen, mich in die Deutschen-Schablone hineinzuquetschen. Immer wieder bestärke ich selbst die Vorurteile (&lt;em&gt;of course (I&#039;m on time / like cake...), I’m German)&lt;/em&gt;. So trinke ich beispielsweise hier häufiger Bier als in Deutschland – was zwar auch an der Mädchenbierhaftigkeit der hiesigen Marken liegen mag, aber eben auch daran, dass man das als Deutsche(r) so macht. Es wird von mir hier nicht anders erwartet und in einer seltsam verqueren Logik gibt es mir ein Zugehörigkeit Gefühl zu EUCH, die ihr das hier liest, derartige Erwartung zu erfüllen. Es grenzt mich ab von puritanischen Amerikanern wie alkoholunverträglichen Taiwanesen. Das Biertrinken soll an dieser Stelle selbstverständlich nur als besonders anschauliches Beispiel dienen, der beschriebene Prozess lässt sich auf alles mögliche andere übertragen. &lt;/div&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Ich bin hier nicht nur &lt;em&gt;German&lt;/em&gt;, sondern gleich &lt;em&gt;crazy German&lt;/em&gt;. Besonders Amerikaner scheinen der Meinung zu sein, dass &lt;em&gt;Germans &lt;/em&gt;vor allem durch dieses eine Adjektiv zu beschreiben sind. Selbst dieses Vorurteil schaffe ich, zu erfüllen, was zugegebenermaßen auch nicht besonders schwierig ist. Als der ICLP Karaoke-Kurs eines Freitagabends endlich einmal gemeinsam in einen echten Karaoke-Club gegangen ist um das Geübte anzuwenden, habe ich alle Vorurteile bestätigt. Ich habe a. (ein?) Bier getrunken und war b. dafür zuständig, die Biere aller anderen Biertrinker zu öffnen, weil mangels Flaschenöffner kein anderer dazu in der Lage war. Die &lt;em&gt;crazy German&lt;/em&gt;, die Bierflaschen ua mit Essstäbchen öffnet, hat alle schwer beeindruckt. Auch die Geschichte von dem &lt;em&gt;crazy German alcohol&lt;/em&gt;, die ich einem Mitstudenten zu seinem 21. Geburtstag geschenkt habe, hat schon die Runde gemacht (ein 0,02L Fläschchen Schwarzwälder Kirschwasser…). &lt;br /&gt;Rückzug in das Boot &lt;em&gt;nationale Identität&lt;/em&gt; im stürmischen Meer der Kontingenzen... da kann ich mich in Deutschland noch so sehr als Europäer oder Weltbürger fühlen, und doch brauche ich hier in der Fremde anscheinend eine geistige Form von Heimat – und sei sie noch so schwammig definiert.&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Wisst ihr, was ich in Sachen Heimat im Moment am meisten vermisse? Von Menschen abgesehen, meine ich. Nein, es sind weder Brezeln noch Kartoffelgerichte… und noch nicht einmal der sonnengereifte badische Wein. Es ist der Schwarzwald und die Rheinebene. Also sogar so etwas wie konkrete „&lt;em&gt;Heimat&lt;/em&gt;“. Vor kurzem war ich hier im größten Park der Stadt joggen, wie meistens unter bewölktem Himmel, von Autolärm und Menschen umgeben. An einem Ende des Parks gibt es eine kleine Inlineskatefläche. Wie eine Eisbahn nur eben ohne Eis. Ich stand dort ein Weilchen und schaute den Kindern beim Fahren zu. Dabei spürte ich nicht nur mein Herz, sondern meinen ganzen Körper schwer werden. Wie viele Sonntage habe ich damit verbracht, stundenlang unter der Freiburger Sonne mit meinen Inlineskates durch die Gegend zu fahren? Einfach aus der Haustür raus, an der Dreisam entlang und darüber hinaus, je nach Laune Richtung Schwarzwald oder Richtung Rheinebene und Frankreich. Durch Felder, Wälder, Wiesen und Dörfer, einfach so, kilometerweit, bis ich entweder keine Lust oder Luft mehr hatte. Diese Bilder und das damit verbundene Gefühl von Freiheit in meinem Kopf passten so gar nicht zu der kleinen, von Menschen überfüllten Betonfläche vor meinen Augen. &lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;width: 712px;&quot; class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:30 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Brcke.jpg&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Am Danshui-Fluss&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Um fair zu sein: auch in Taipei gibt es nicht nur einen, sondern gleich mehrere Flüsse. Auch an diesen führen Radwege entlang, die zumindest streckenweise für eine Großstadt auch anständig von grün umgeben sind. Aber die großen Freeways sind nie fern und vor allem am Wochenende die anderen Ausflügler auch nicht. Um mich ein wenig von meinem Skate-Entzug abzulenken, bin ich letzten Samstag mehrere Stunden lang alleine am Danshui-Fluss entlang gefahren. Oder eben ganz und gar nicht alleine. Das Radfahren in Kolonne hat es nicht geschafft, mir meine Sehnsucht zu nehmen.&amp;#160; &lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Heute, Samstag, habe ich den Nachmittag und Abend in einem meiner Lieblings-Cafés zugebracht, um a. dem Regen und b. meinem kleinen Zimmer zu entfliehen während ich mich auf meine Midterm-Prüfungen nächste Woche vorbereite. Da das Konzept &lt;em&gt;Café&lt;/em&gt; aus Europa importiert ist, ist auch dieses Café wie die meisten hier sehr europäisch anmutend. In gepolsterten Ledersesseln an Holztischen mit grünen Glaslampen darauf, umgeben von Regalen voller Bücher, Jazz und Klassik im Hintergrund, lässt es sich sich im &lt;em&gt;La Bohème&lt;/em&gt; gut lernen. Und auch wenn die Bücher in diesem Café auf Chinesisch sind, sind es die meisten Autoren nicht: von Durkheim über Kundera bis zu Abhandlungen über das Genre Schwulenfilm im 20. Jh ist alles dabei, was man scheinbar als moderner Intellektueller so zu lesen hat. Eine Heimweh verdrängende Oase? Zumindest bis die Bedienung fragt, ob ich meinen Cappuccino warm oder kalt möchte.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;Liebe Grüße aus Taipei!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kerstin&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;PS. Na klar, Deutsche sind gerne draußen in der freien Natur. Und gerne alleine.&lt;br /&gt;PPS. Taipei gefällt mir trotz allem immer noch sehr gut.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 712px;&quot;&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:28 --&gt;&lt;img height=&quot;534&quot; width=&quot;712&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Danshui-River_tags.jpg&quot; /&gt;&lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Am Danshui Fluss &lt;/div&gt; &lt;br /&gt;
&lt;/div&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;&lt;em&gt;Am Rande&lt;/em&gt;: Die &lt;em&gt;Taipei Times&lt;/em&gt;, große englischsprachige Tageszeitung, bringt uns täglich neben der Wettervorhersage auch die aktuelle &lt;em&gt;lunar prophesy&lt;/em&gt; – also das, was laut chinesischem Mondkalender an diesem Tag unter einem oder keinem besonders guten Stern steht. Da steht dann zum Beispiel: T&lt;em&gt;oday is a good day for: Cutting cloth for a bride’s dress, bathing&lt;/em&gt;, oder: &lt;em&gt;Today is a bad day for: removing mourning clothes, all auspicious activities&lt;/em&gt;. Neulich standen wir eines montagmorgens im Aufenthaltsraum der Uni und erfuhren die Tagesagenda:&amp;#160;&lt;em&gt; Today is a good day for: putting people in coffins.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt; &lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Sat, 06 Feb 2010 21:24:00 +0100</pubDate>
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    <title>Schwarz</title>
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    <author>nospam@example.com (Kerstin)</author>
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    &lt;p&gt;Heute mal ein Sonntagsroman… der Lesbarkeit halber in Häppchen aufgeteilt &lt;img src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/templates/default/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; style=&quot;display: inline; vertical-align: bottom;&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Schwarzer Himmel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Letzte Woche hatten wir 3 GANZE TAGE SONNE – hintereinander! Ich bin hin und weg und möchte daher diese Gelegenheit nutzen, um euch kurz meinen Campus vorzustellen. Im Sonnenlicht sieht alles erstens gleich dreimal so gut aus – und zweitens kann ich so beim Bilder aussuchen selbst ein wenig in guten Erinnerungen schwelgen. Die Sonne hat sich nämlich inzwischen schon wieder tief verschleiert. &lt;br /&gt;Die National Taiwan University, die immerhin schon 82 Jahre auf dem Buckel hat, hat verschiedene Campuse – laut Wikipedia machen diese insgesamt ca 1% des ganzen Landes aus (und das, obwohl es neben der Taida noch eine unüberschaubare Anzahl anderer Unis gibt). Ich studiere auf dem Hauptcampus mitten in Taipei. Es ist eine Art grüne Insel mitten in der Stadt, voll palmengesäumter Alleen mit unzähligen Radfahrern, dazu Teiche und Pavillons. Ein beliebtes Naherholungsziel der Städter.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;!-- s9ymdb:23 --&gt;&lt;img height=&quot;450&quot; width=&quot;600&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Uni_Allee.jpg&quot; style=&quot;border: 0px none ; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt; &lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Schwarze Zukunftsaussichten&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;A propos Uni. Dass das taiwanesische Bildungssystem sehr auf Tests fixiert ist, mag ich schon mal erwähnt haben. Es gibt ständige Prüfungen: Wochenprüfungen, Monatsprüfungen, Halbsemesterprüfungen, Semesterendprüfungen. Ein Grundschüler lernt des Weiteren monatelang für die Eingangsprüfung zur Mittelschule, ein Mittelschulschüler für die Eingangsprüfung zur Highschool und ein Highschooler für den großen Universitätseingangstest. Da die Tests jeweils eine unglaubliche Menge an (auswendig gelerntem) Wissen erfordern, aber jeweils die Qualität der nachfolgenden Schule und damit den weiteren Werdegang des Lernenden bestimmen, hat man hier bis man 18 (und hoffentlich auf der Uni) ist kein &lt;em&gt;Leben &lt;/em&gt;in unserem Sinn. Selbst das Fach, das man an der Uni studiert, wird häufig von Testergebnissen und nicht von eigenen Interessen bestimmt. So sind auch meine Lehrerinnen zumindest teilweise dem Sprachenstudium zugeteilt worden. Eine Lehrerin erzählte mir, wie froh sie sei, nicht in BWL gelandet zu sein – sie sei eine Matheniete. Mit chinesischer Linguistik dagegen habe sie sich anfreunden können. Diejenige, die so gute Ergebnisse haben, dass sie sich tatsächlich ein Fach aussuchen können, haben dann noch das zweite Problem, dass oft die Eltern den Bewerbungsbogen für die Kinder ausfüllen – und die Wünsche der zukünftigen Studenten da nicht immer eine große Rolle spielen. Dementsprechend motiviert sind hier auch viele Studenten...&lt;br /&gt;Jedenfalls: Nicht nur um an eine bestimmte Schule zu dürfen, auch um einen bestimmten Arbeitsplatz zu bekommen muss man zunächst die dazugehörige Prüfung bestehen. Gestern aber haben es die Taiwanesen mal wieder geschafft, mich zu überraschen. Es ging im Unterricht darum, dass es in Taiwan inzwischen viel zu viele gut ausgebildete Menschen und zu wenig Arbeit für diese gibt. Viele Master-Absolventen und sogar Inhaber eines Doktortitels arbeiten daher in einfachen Jobs. Besonders beliebt sei unter anderem der Job des Müllmanns, weil das immerhin eine Stelle im öffentlichen Dienst mit regelmäßigem Verdienst und sozialer Absicherung sei. Leider aber würden nicht alle Doktoren die &lt;em&gt;Eingangsprüfung zum Müllmannberuf&lt;/em&gt; schaffen. Dazu gehöre unter anderem, mit einem 20kg Sack in den Armen mehrfach hin- und her zu rennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Schwarze Menschen I&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Dass Taiwanesen extrem rassistisch sind, habe ich schon mehrfach seit ich hier bin, erfahren müssen. Auch wenn sie etwas seltener als bei den Festlandchinesen auf der anderen Seite der Taiwanstraße aufkommen, die Themen &lt;em&gt;Blut&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;Rasse &lt;/em&gt;und &lt;em&gt;Volk &lt;/em&gt;sind hier gängige Begriffe und beliebte Gesprächsthemen. Immer wieder erzählen mir beispielsweise Taxifahrer, wie gut es sei, dass ich einer der „&lt;em&gt;guten&lt;/em&gt;“ weißen und nicht der „&lt;em&gt;schlechten&lt;/em&gt;“ arabischstämmigen – oder noch viel schlimmer richtig „&lt;em&gt;schwarzen&lt;/em&gt;“ Ausländer sei. Gut, Taxifahrer sind ja so eine Sache. Letzte Woche allerdings hatten wir eine Diskussion über Rassismus im Unterricht – wo es mal wieder eine Lehrerin geschafft hat, mir allen Wind aus den Segeln zu nehmen. Sie selbst sei ganz und gar nicht rassistisch. Sie habe zwar eine Phobie, aber das sei schließlich etwas vollkommen anderes. Wie sich diese Phobie äußere? Als sie zum Beispiel in die USA geflogen sei, wo sie immerhin ein Jahr verbracht hat, habe sie vor dem Flug vor Angst nicht schlafen können. Angst hatte sie allerdings nicht vor einem Flugzeugabsturz, sondern davor, dass sich ein dunkelhäutiger Mensch im Flugzeug neben sie setzen könnte und sie für Stunden neben diesem gefangen sei. Sie habe nämlich unglaubliche Angst davor, einen solchen Menschen aus Versehen zu berühren – aus Angst, dieser färbe ab und ihre Haut werde dadurch automatisch ebenfalls dunkler. Vielleicht ist es fairerweise auch eher eine Art Naivität als echter Rassismus – wobei ich nicht wüsste, wo genau die Grenze zwischen beiden zu ziehen ist. Ein dunkelhäutiger Englischlehrer hier erzählte von einem Pärchen, dass ihn beim Kaffeetrinken in einem Café nicht nur unablässig angestarrt habe – sondern als er gegangen sei sofort seinen Platz genauestens untersucht habe, ob seine Haut nicht vielleicht doch irgendwo Spuren verlassen habe. &lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;!-- s9ymdb:25 --&gt; &lt;!-- s9ymdb:27 --&gt;&lt;img height=&quot;427&quot; width=&quot;619&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Schirme.jpg&quot; style=&quot;border: 0px none ; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt; &lt;!-- s9ymdb:26 --&gt;&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Schwarze Menschen II&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Als Gegenbild zum Schirmbild im letzten Eintrag sollen die obigen beiden Bilder dienen. Mit der Sonne verschwinden nämlich die Schirme nicht – im Gegenteil. Helle Haut ist absolutes Schönheitsideal. Dunkel geht wie gerade schon beschrieben gar nicht. Schirme mit UV-Beschichtung sind da das mindeste – im Sommer wickelt sich manch eine Dame hier zusätzlich in lange Kleidung inklusive Handschuhe ein – und das bei schwülheißen subtropischen Zuständen. Manch eine schlingt sich gar einen Schal übers Gesicht. Im Supermarkt habe ich häufig große Probleme, eine Hautcreme zu finden, die KEINE Bleichungsmittel enthält.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Schwarze Musik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;In den letzten Beiträgen habe ich euch ja schon einen kleinen Einblick gegeben in die Musik, die hier gerade angesagt ist. Gottseidank gibt es neben weichgespültem koreanischen und Mando-Pop auch noch anderes. Taipei hat sogar eine relativ lebendige Musikszene. Eine Band vom ganz anderen Ende des Spektrums ist beispielsweise Chthonic. &lt;a title=&quot;Chthonic&quot; href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=66YNWi_nDL0&quot;&gt;Chthonic &lt;/a&gt;ist nicht nur die bekannteste Metal-, sondern sogar Black-Metalband Taiwans. In ihren Texten geht es statt um die in Europa übliche christlich-heidnisch-satanistische Thematik um die Götter und Helden der taiwanesischen Gesichte. Wenn Chthonic nicht gerade auf einer der verschiedenen taiwanesischen Ureinwohnersprachen, auf Taiwanesisch oder auf Englisch singen, singen sie gerne auf klassischem Chinesisch – das ist ein bisschen so, als würde man bei uns auf Latein singen. Außerdem benutzen sie eine Erhu, ein traditionell chinesisches Saiteninstrument. Politisch stehen sie für die Unabhängigkeit Taiwans, weswegen ihre Musik anscheinend auch in weiten Teilen Chinas verboten ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Woher mein plötzliches Interesse an Metal? Ist eine etwas längere Geschichte…&lt;br /&gt;Vor einer Woche am Sonntag Abend fand hier ein Konzert einer finnischen Metalband (&lt;a title=&quot;Ensiferum&quot; href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=ALrjjJdmxgA&quot;&gt;Ensiferum&lt;/a&gt;) mit einer taiwanesischen Band (nicht Chthonic) als Vorband statt. Eigentlich wollte ich mit meiner Mitbewohnerin hingehen, bin dann aber doch zu Hause geblieben, um, brave Studentin die ich nun mal (leider?) bin, meine Übersetzung aus dem klassischen Chinesisch ins moderne und einen Aufsatz über Einwanderungspolitik zu vollenden. Habe ich danach ziemlich bereut… Nicht nur, dass das Konzert wohl sehr spaßig war, sondern mir ist dadurch auch so einiges an sehr interessanten Gesprächen entgangen. &lt;br /&gt;Mitten in der Nacht wurde ich nämlich von einem Anruf Karens, meiner amerikanischen Mitbewohnerin, aus dem Schlaf gerissen. Sie hieß mich und Theresa, meine taiwanesische Mitbewohnerin, sofort aufstehen und sie in einer Bar in der Nähe aufsuchen. Sie hänge gerade mit lauter Metalern rum, es sei unglaublich toll und wir könnten uns diese Chance auf keinen Fall entgehen lassen. Meine erste Reaktion war: du hast wohl zu viel getrunken – ich schlafe! Nach dem Auflegen habe ich allerdings feststellen müssen, dass ich plötzlich hellwach war. Also habe ich Theresa, die noch wach war, aufgesucht und nach ein paar Minuten Diskussion (Sie: &lt;em&gt;Karen hat so was noch nie gemacht, das muss was Besonderes sein.&lt;/em&gt; Ich: &lt;em&gt;Sollen wir vielleicht hingehen? &lt;/em&gt;Sie: &lt;em&gt;Ich gehe nicht, aber du solltest unbedingt gehen! &lt;/em&gt;Ich: &lt;em&gt;Ich gehe nicht ohne dich!&lt;/em&gt; Etc) haben wir unsere Schlafanzüge gegen die am schnellsten greifbare Kleidung getauscht und sind auf zur Bar. Dort saß Karen mit Ensiferum und Chthonic, die 2007 mit Ensiferum auf Europatournee waren und nun die Finnen in Taipei herumführten. Beide Bands haben im Übrigen schon in &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Wacken_Open_Air&quot; title=&quot;Wacken Wikipedia&quot;&gt;Wacken &lt;/a&gt;gespielt (nb: falls jemand den Film &lt;a title=&quot;Full Metal Village&quot; href=&quot;http://www.zeit.de/online/2007/17/wacken?page=all&quot;&gt;Full Metal Village&lt;/a&gt; nicht kennen sollte: unbedingt anschauen!). Fragt nicht, Karen kann so was einfach. Leider ist Chthonic dann ziemlich bald gegangen, so dass ich nicht besonders viel mit ihnen reden konnte. Dafür dann umso länger mit den Finnen. An sich Klischee-Metaler, wie man sie sich kaum besser ausdenken könnte. Aber, natürlich, harte Schale… Wir saßen bis morgens früh erst in der Kneipe, dann mit der halben Band in unserem Wohnzimmer. So kam es, dass ich mitten in Taipei bis zum Morgengrauen mit einem finnischen Metal-Schlagzeug-Veteranen über das Leben philosophierte… mehr als spannend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;À la prochaine!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kerstin&lt;/p&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;!-- s9ymdb:24 --&gt;&lt;img height=&quot;498&quot; width=&quot;600&quot; src=&quot;http://kerstinintaiwan.de/uploads/Uni_Pavillon.jpg&quot; style=&quot;border: 0px none ; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Am Rande:&lt;/em&gt; &lt;strong&gt;Schwarze Arbeit&lt;/strong&gt; Gestern hat mir eine Englisch-Lehrerin für Kindergartenkinder von Fluchtübungen erzählt, die sie regelmäßig absolviere. Vom Dach des Kindergartens aufs Nachbardach. Von dort aufs nächste Dach, runter in den dortigen Innenhof, über drei Zäune hinweg auf die Straße. Ein ausgefeilter Erdbebenschutzplan? Angst vor bewaffneten Überfällen? Vor rabiaten Eltern? Schlichte Kinderphobie? Weit gefehlt. Es ist die Angst vor der Polizei, die sie und ihre Kollegen treibt. Englisch schon im Kindergartenalter zu unterrichten, ist hier nämlich seit einiger Zeit illegal. Weil Studien anscheinend gezeigt haben, dass ein solches Treiben wenig bringt, die Kinder sogar eher überfordert. Da die Eltern Taiwans sich da aber nicht ganz so sicher sind, wird hier trotzdem in jedem Kindergarten Englisch unterrichtet. Nur dass eben immer mal wieder die Polizei auf eine kleine Razzia vorbeikommt. Wird man dort als Ausländer beim Englisch Unterrichten erwischt, kann man sofort des Landes verwiesen werden. Also eben ausgeklügelte Fluchtpläne. Oder ausgefeilte Ausreden. Andere Lehrer haben mir von solch genialen Maßnahmen wie vorsichtshalber in der Ecke gestapelten Pizzakartons (&lt;em&gt;ich bin nur der Pizzalieferant, ehrlich!&lt;/em&gt;) erzählt. Wie letzteres funktionieren soll ist mir allerdings schleierhaft – wenn 30 Vierjährige daneben stehen und &lt;em&gt;teacher, teacher&lt;/em&gt; rufen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Sun, 24 Jan 2010 16:24:19 +0100</pubDate>
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